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Campus Firmanei – B-Planverfahren, Anliegerinformation und viele Fragen

Modell Campus Firmanei mit neuer Universitätsbliothek im Vordergrund,

Marburg 3.6.2010 (yb) Irgendwann in der Zukunft, in 10 oder 20 Jahren, wird, für den Fall, dass der Campus Firmanei gemäß momentaner Planung gebaut worden ist, niemand behaupten können, die Öffentlichkeit, Bürgerschaft und Anlieger seien nicht vorab informiert worden. So fand am Vorabend des Fronleichnamstages im Hörsaalgebäude am Alten Botanischen Garten einmal mehr eine Informationsveranstaltung über das größte innerstädtische Planungsprojekt statt. Der Informationsabend war besonders an Anlieger und Anwohner gerichtet.

„Bebauungsplan Nr. 2/4 der Universitätsstadt Marburg für das Gebiet Campus Firmanei – Universitätsbibliothek“ lautet die korrekte Bezeichnung dieses Marburger Megaprojektes.

Information auf Planentwürfen aus erster Hand

B-Planverfahren nennen es die Fachleute. Dessen Ziel ist, im Herbst 2010 einen Aufstellungsbeschluß für den Bebauungsplan seitens des Stadtparlaments zu verabschieden.

Damit sind dann die baurechtlichen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen geschaffen und Baumaßnahmen könnten beginnen. Doch soweit ist es nicht. Das wurde deutlich im Hörsaal 114, wo sich etwa 50 Interessierte eingefunden hatten, um den Ausführungen von Fachplanern, Oberbürgermeister, Bürgermeister und Baudezernent, Universitätspräsidentin und leitendem Baudirektor zu lauschen. Dazu gab es einiges zu sehen. Skizzen, Zeichnungen, Szenarien und Visualisierungen wurden mit Knopfdruck in bunter Folge den Zuschauern vor Augen geführt. Dazu gab es Erläuterungen, später konnten Fragen gestellt werden.

Parkplätze müssen andernorts vorgehalten werden

Dass es Anwohner interessiert, wie der zu erwartende Verkehr organisiert werden soll, konnte nicht überraschen. Von 6.000 bis 7.000 Studierenden in Bereich Campus Firmanei wurde gesprochen. Dazu kommen noch die Uni-MitabeiterInnen.

PKW-Parkplätze wird es keine geben im Campus Firmanei. Baudirektor Rausch versuchte sich erst gar nicht in Ausflüchten. Kein Platz für Parkplatz. Autos sollen und müssen weiterhin in der Wilhelm-Röpke-Straße abgestellt werden, erläuterte der Leiter des Stadtbauamts. Zur besseren fußläufigen Verbindung, soll eine neue Fußgängerbrücke über die Lahn und Stadtautobahn B 3A in Höhe der Savignystraße gebaut werden. Etwa 15 Minuten wird der Fußweg zur Universitätsbibliothek dann dauern.

Stellplatzkonzept ohne Stellplätze am Campus Firmanei

Es wird sich zeigen, wieviel Suchverkehre etwa die Johannes-Müller-Straße zu verkraften haben wird.

Sachzwänge und Unwägbarkeiten offenbar
Zunächst werde derzeit vorhandene Parkplätze entfallen. Dies gilt für mehr als 200 im Bereich der ehemaligen Frauenklinik, wenn die Abrißarbeiten dort beginnen. So wirkt der Verweis auf 60 freie Plätze im Parkhaus Pilgrimstein und derzeitiger Leerstand im neuen Parkhaus Bahnhofstraße etwas hilflos. Auf Marburg kommen andere Zeiten zu, forcierte Parkraumbewirtschaftung deutet sich. Womöglich entsteht ein neues Feld für Investoren, um unterirdisch Parkhäuser zu bauen. Im Campus-Bereich wird noch so viel Phantasie Flächen jedenfalls nicht bescheren können. Das zeigt bereits der Blick auf die recht bescheidene Zahl von geplanten Stellplätzen für Fahrräder. 300 Fahrrad-Abstellplätze für 7.000 oder 8.000 Nutzer ist keine üppige Ausstattung.

Fußgänger suchen kurze Wege

Eine angenehme Folge fehlender Pkw-Abstellplätze im Campus-Bereich in den Planungen ist, dass kein zusätzlicher Kfz-Verkehr dort aufgenommen und verkraftet werden muss. Allerdings werden in jedem Fall Bewegungen der Fußgänger zur organisieren sein.

Im gezeichneten Plan kann dies freilich nur als eine brave Absichtserklärung erscheinen. Für viele Tausend Campusnutzer wird der kürzere Weg durch den Botanischen Garten wohlfeil sein, wenn er sich denn anbietet. Derzeit jedenfalls gehören die Treppe zum und vom Pilgrimstein wie der Holzsteg Mühlgraben weiter zum geplanten Bestand. Da braucht es keinen Propheten um einzuschätzen, welche kurzen Wege gelaufen werden, auch wenn sie dato nicht in den Plänen eingezeichnet sind.

Bewohner des Schwesternwohnheims beunruhigt die Frage, wie lange sie dort wohnen können. Noch werden keine Bagger vorfahren, wurde den besorgt Fragenden mitgeteilt. Zunächst müssen die Kliniken auf die Lahnberge umgezogen sein. Im Jahr 2011. Die Schaffung von Ersatzwohnraum ist vorher zu planen und vor allem zu bauen, in einer vollen und wohnungsteuren Stadt wie Marburg.
Es soll neuen Wohnraum geben, wurde vom Oberbürgermeister mitgeteilt.

Marburgs Mitte in Zukunft erweitert um den Campus Firmanei

Parkplatzregeliung, Wegeführungen, Schutz des Botanischen Gartens, Ersatzwohnraum – es gibt viele Fragen auch, wie der Baustellenverkehr abgewickelt werden soll.

Große Aufgaben für Planer

Planungsprozesse, wenn sie ganze Stadtteile umnutzen und umkrempeln und beinahe eine halbe Universität umsetzen und umstrukturieren, brauchen umfassende Planungsarbeiten. Dies gilt umso mehr, wenn mit Stadt Marburg, Land Hessen, Phillips-Universität und inzwischen privatisierten Universitätsklinikum unterschiedliche Hoheiten, Interessen und Steuerungsmöglichkeiten zusammenkommen. So stellten sich in dem Anliegerabend viele Fragen, auf die es oftmals nur bedingte Antworten gab. Seit Entscheid des Wettbewerbverfahrens ist jedoch bereits ein Jahr vergangen. Für den Campus Firmanei wird ein großes Rad gedreht in Marburg. Es wird ein riesiger Baukörper für einen beengten Standort geplant, um dem ansonsten brachfallenden Kliniksquartier neue Nutzung und Vitalität zuteil werde zu lassen.

Pläne sind geduldig und Modelle erscheinen sehr übersichtlich. Den am Informationsabend im Hörsaalgebäude zahlreich vertretenen Verantwortlichen wurde der derzeitige Stand der Dinge in vielen Fragen offenbar. Es gibt viel zu tun und hinter dem großen Rad werden viele weitere Räder im Getriebe erst noch zu bewegen sein.