Verlängerung der Förderung für TraCe und Postcolonial Hierarchies
02.01.2026 (wm/red) Ab dem 1. April 2026 werden die beiden Forschungsnetzwerke Transformations of Political Violence (TraCe) und Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict weiter gefördert. Damit könne die erfolgreiche Zusammenarbeit der beteiligten Universitäten und Institute fortgeführt werden und die Forschung zu politischen Gewaltformen, postkolonialen Machtstrukturen und Frieden vertieft werden, informiert die Uni Marburg.
TraCe – Transformations of Political Violence
TraCe untersucht, wie sich politische Gewalt in einer Welt im Wandel transformiert um die Konsequenzen für den innergesellschaftlichen und internationalen Frieden zu identifizieren und Strategien zur Eindämmung politischer Gewalt unter den sich verändernden Bedingungen zu entwickeln. In der zweiten Förderphase stehen dabei vor allem neue Gewaltformen im Kontext von Digitalisierung, globalen Krisen, Umweltveränderungen und technologischen Entwicklungen im Mittelpunkt. Das Netzwerk erforscht, wie gesellschaftliche und politische Akteure Gewalt deuten, legitimieren oder regulieren, und wie sich institutionelle sowie normative Rahmenbedingungen angesichts globaler Umbrüche verändern. Ein Schwerpunkt in Marburg liegt auf der Analyse von Sicherheitsarchitekturen, Gewaltinterpretationen, Gerechtigkeitsdiskursen, Gedächtnis- und Rechtfertigungsmustern. Ziel von TraCe ist es, ein tieferes Verständnis politischer Gewalt und ihrer Transformationen zu entwickeln und einen gemeinsamen konzeptionellen Rahmen für die interdisziplinäre Gewaltforschung zu schaffen.
Postcolonial Hierarchies in Peace and Conflict
Das Netzwerk widmet sich der Frage, wie historische, kolonial geprägte Machtverhältnisse bis heute Konflikte beeinflussen. Im Fokus stehen soziale und politische Hierarchien, die sich in Formen von Gewalt, Sicherheitsgovernance und Friedenskonstruktionen manifestieren. Die Forschung verbindet post- und dekoloniale Perspektiven mit Frieden- und Konfliktforschung und untersucht unter anderem geschlechtsspezifische Gewalt, epistemische Ungleichheiten, staatliche und nichtstaatliche Sicherheitsstrukturen sowie alternative Formen von Gerechtigkeit. Zudem schafft das Netzwerk Plattformen wie die „Virtual Encyclopedia“, um transnationale Wissensproduktion zu fördern und Stimmen aus dem Globalen Süden sichtbarer zu machen.
„Die erneute Förderung stärkt das Zentrum für Konfliktforschung Marburg als Teil beider Verbünde. Sie ermöglicht die Weiterführung laufender Forschungsvorhaben, die Entwicklung neuer theoretischer Perspektiven und die Intensivierung internationaler Kooperation. Beide Netzwerke leisten damit wichtige Beiträge zu einem vertieften Verständnis von Gewalt, Macht und Frieden – und bieten praxisrelevante Impulse für Konfliktprävention und Friedensprozesse weltweit“, sagt die geschäftsführende Direktorin des Marburger Zentrums für Konfliktforschung, Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel.


