
14.02.2026 (wm/red) Mit der Förderung des Projekts „1for2D – Single Source Precursor für 2D Materialien“ im Rahmen der LOEWE-Förderlinie 3 unterstützt das HMWK ein zukunftsweisendes Vorhaben im Bereich der Materialforschung. Regierungspräsident Ullrich überreichte den Zuwendungsvertrag an das Projektkonsortium unter Leitung der Dockweiler Chemicals GmbH aus Marburg. Das Projekt wird mit 500.000 Euro gefördert.
Mit dem Marburger Projekt erreiche die LOEWE-Förderlinie 3 zugleich die Jubiläumsmarke von 400 geförderten Vorhaben seit Programmstart, wird vom HMWK mitgeteilt. Die LOEWE-Förderlinie 3 stärke gezielt die Zusammenarbeit zwischen kleinen und mittleren Unternehmen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Hessen. Projektträger für die Förderung ist die landeseigene Wirtschaftsfördergesellschaft HA Hessen Agentur GmbH.
Wissenschaftsminister Timon Gremmels: „Mit 1for2D fördern wir eine Technologie, die das Potenzial hat, die Elektronik der Zukunft maßgeblich zu prägen. Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie innovative Forschung und unternehmerische Expertise in Hessen zusammenwirken, um nachhaltige und leistungsfähige Materialien für die Hightech-Industrie zu entwickeln. Unsere LOEWE-Förderlinie 3 ist genau auf solche starken Partnerschaften zwischen Wissenschaft und Wirtschaft ausgerichtet.“
Herstellung ultradünner wenige Atome dicker Halbleiter
Im Projekt 1for2D entwickelt Dockweiler Chemicals mit der Philipps-Universität innovative Moleküle für die Herstellung sogenannter 2D- Materialien – ultradünner, nur wenige Atome dicker Halbleiter. Diese gelten als
Schlüsseltechnologie für die nächste Generation von Elektronik und Photonik: Sie ermöglichen schnellere, energieeffizientere und flexiblere Bauteile. Ziel ist die Entwicklung neuartiger chemischer Verbindungen, sogenannter Single Source Precursor, für eine präzise, sichere und umweltfreundliche Herstellung von 2D- Materialien im industriellen Maßstab.
Die Dockweiler Chemicals GmbH mit Sitz in Marburg ist spezialisiert auf die Entwicklung und Herstellung hochreiner Spezialchemikalien für die Halbleiterindustrie. Im Projekt 1for2D bringt das Unternehmen seine Expertise in der Molekülsynthese, Prozessentwicklung und Qualitätskontrolle ein, um die neuartigen Precursor- Materialien für den industriellen Einsatz zu qualifizieren.
Dr. Jörg Koch, Geschäftsführer der Dockweiler Chemicals GmbH, erläutert: „Mit 1for2D entwickeln wir gezielt Moleküle, die alle notwendigen Elemente für die Bildung von 2D-Schichten in einer einzigen Verbindung vereinen. Dadurch lassen sich Abscheideprozesse in der Halbleiterfertigung präziser steuern und gleichzeitig sicherer und ressourcenschonender gestalten. Unser Ziel ist es, die chemische Grundlage für eine neue Generation von Materialien zu schaffen.“
Die Philipps-Universität Marburg, vertreten durch die Arbeitsgruppe Funktionsmaterialien am Fachbereich Physik und dem dieses Jahr neu gegründeten mar.quest | Marburger Zentrum für Quantenmaterialien und nachhaltige Technologien unter der Leitung von Prof. Dr. Kerstin Volz, erforscht im Projekt die Abscheidung sowie die strukturellen und elektronischen Eigenschaften der neuartigen 2D-
Materialien.
1for2D leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Forschungs- und Innovationskompetenz in Hessen und zur technologischen Souveränität Europas im Bereich der Halbleitertechnologie.
