17.02.2026 (pm/red) Die Linke bringt ein neues Instrument im Kampf gegen überhöhte Mieten nach Marburg. Steigende Mieten belasten seit Jahren zahlreiche Haushalte in deutschen Städten massiv. Viele Menschen müssen einen immer größeren Anteil ihres Einkommens für Wohnraum aufbringen. Bundesweit zahlen bereits Millionen Haushalte mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für die Miete – Heizkosten noch nicht eingerechnet.
Gleichzeitig zeigen Überprüfungen immer wieder, dass in vielen Fällen zulässige Miethöhen deutlich überschritten werden und ein Verdacht auf Mietwucher besteht. Auch in Marburg sei der Zugang zu Informationen über Mietwucher für Betroffene bislang unzureichend. Statt transparent über Rechte, Zuständigkeiten und Möglichkeiten der Gegenwehr aufzuklären, fehle es aus Sicht der Linken an klaren Informations- und Unterstützungsstrukturen für Mieter.
Kümmern statt Kürzen
Die Mietwucher-App setzt genau hier an: Sie ermöglicht eine einfache Berechnung der zulässigen Miethöhe auf Grundlage der ortsüblichen Vergleichsmiete und erleichtert es Betroffenen, einen möglichen Verstoß zu melden. Die Meldung kann mit wenigen Klicks an die zuständigen Stellen im Landkreis übermittelt werden und schafft damit eine Grundlage für ein wirksames Vorgehen gegen illegale Mietforderungen. Bereits im vergangenen Jahr wurde die App in anderen Städten von über 200.000 Mieter genutzt – mit alarmierendem Ergebnis: Mehr als zwei Drittel der überprüften Mieten lagen über der zulässigen Höhe.
„Wer im Marburger Mieten-Notstand lebt, braucht konkrete Hilfe und keine Ausreden. Wenn die Stadt die Mieter*innen nicht genügend unterstützt, dann kümmern wir uns. Mit der Mietwucher-App geben wir den Betroffenen ein Werkzeug an die Hand, um sich zu wehren“, erklärt Miriam Stoll, Kreisvorsitzende der Linken Marburg-Biedenkopf und Spitzenkandidatin für die Kommunalwahl.
Auch Jan Schalauske, Stadtverordneter und Listenplatz 2 zur Kommunalwahl in Marburg, sieht in der Einführung der App einen wichtigen Schritt: „Mietwucher ist kein Randproblem, sondern Alltag für viele Menschen in Marburg. Wir schaffen mit der App eine niedrigschwellige Möglichkeit, gegen überhöhte Mieten vorzugehen und Druck aufzubauen. Wer zu viel zahlt, soll sich wehren können – und wir unterstützen dabei.“
Die Linke ruft alle Mieter in Marburg dazu auf, das neue Angebot zu nutzen und ihre Mietverträge zu überprüfen. Die Bekämpfung von Mietwucher sei die zentrale soziale Frage der kommenden Jahre und erfordert sowohl politischen Druck als auch konkrete Unterstützungsangebote. Mit der Mietwucher-App wird nun ein praktisches Instrument bereitgestellt, um Betroffenen unmittelbar zu helfen und illegale Mieten sichtbar zu machen.
