16.02.2026 (pm/red) Im Februar 2024 wurden die Ortsbeiräte Amöneburg und Mardorf bezüglich der Planung, die K28 (ab Einmündung K27) von Mardorf kommend Richtung Brücker Mühle für den normalen Verkehr zu sperren oder in eine Fahrradstraße umzuwidmen, um eine Stellungnahme gebeten. Besonders der Ortsbeirat Mardorf bezog eine klare Position und lehnte ein solches Vorhaben geschlossen ab, wird informiert. Zwei Jahre lang blieb es ruhig. Doch nun wandten sich Anwohner an die CDU und teilten ihr mit, dass sie Post von der Hessischen Landgesellschaft mbH erhalten hätten und das Vorhaben nun vom SPD-geführten Hessischen Wirtschaftsministerium im ersten Quartal 2027 zur Umsetzung kommen solle. Auf Nachfrage ließ Bürgermeister Schlipp wissen, dass er nichts von Neuigkeiten bezüglich des Projekts wisse, so eine Stellungnnahme.
CDU-Fraktion Amöneburg höchst irritiert zum Vorgang
Woran diese Unkenntnis liegt, darüber kann man nur spekulieren. Fakt ist jedenfalls, dass die CDU-Fraktion Amöneburg höchst irritiert ob des Vorgangs ist, der offenbar seit 2024 völlig an den städtischen Gremien und den Bürgerinnen und Bürgern vorbei vorangetrieben wurde und nun, als vollendete Tatsache präsentiert wird.
„Wir sind sehr für den Ausbau des Radwegenetzes. An der beschriebenen Stelle bei der K28 kann dies jedoch nur straßenbegleitend geschehen, aber nicht zu Lasten von Anwohnern und Nutzern der Straße“, stellt Fraktionsvorsitzender Markus Dörr klar.
Belastet würden insbesondere diejenigen, die im Neubaugebiet ‚Römerhof‘ gebaut haben, da sie aufgrund dieser unsinnigen Maßnahme dann u.a. mit zusätzlichem Verkehr und Verkehrslärm leben müssten und dies auf einer Straße, die in schlechtem Zustand und schlechtem Ausbauzustand ist, was spätestens dann deutlich werden würde, wenn sich LKW, Busse und landwirtschaftlicher Verkehr dort begegneten.
Nun solle offensichtlich der Abschnitt der K28 nicht gänzlich gesperrt werden, jedoch bedeutet die Umwidmung in eine Fahrradstraße eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h, was insbesondere ein Problem im morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr nach sich ziehe – und das auf einer außerörtlichen Straße! Sobald dann dort gleichzeitig Radfahrer unterwegs sind, bedeutet dies eine nochmalige Drosselung der Nutzungsmöglichkeiten, da Fahrradfahrer auf einer Fahrradstraße grundsätzlich Vorrang haben, nebeneinander fahren dürfen und nicht überholt werden dürfen.
„Wir haben uns umgehend mit einem Schreiben an unsere CDU-Landtagsabgeordneten und an die Kreisverwaltung gewandt und werden einen Dringlichkeitsantrag in die bevorstehende Stadtverordnetenversammlung am 23. Februar einbringen, um diesem Vorgehen, das in einer Art der Nacht- und Nebelaktion vorangebracht wurde, kompletten Einhalt zu gebieten“, erläutert Ortsbeiratsmitglied und Stadtverordneter Jochen Splettstößer das Vorgehen der CDU.
