Weiterer Warnstreik in Tarifrunde öffentlicher Personen-Nahverkehr: Stillstand in Frankfurt, Gießen und Marburg

17.02.2026 (pm/red) Die Gewerkschaft ver.di ruft am m Donnerstag, 19. Februar zu einem weiteren Streik bei öffentlich betriebenen Nahverkehrsunternehmen auf. Die Arbeit ruht  von Beginn der Frühschicht an bis zum Ende der letzten Schicht, auch wenn dieses am Folgetag liegen sollte. Aufgerufene Betriebe sind die Stadtwerke Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main mbH (VGF), die Stadtwerke Gießen AG und die Marburger Verkehrsgesellschaft mbh (MVG), wird von ver.di informiert.

Eklat wegen Kürzungsvorschlägen von Arbeitgeberseite Steikauslöser

Die neuerlichen Warnstreiks resultieren aus einem Eklat kurz vor Ende der dritten Runde der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Personen-Nahverkehr in Hessen. Die Arbeitgeber hatten überraschend zwei neue Themen auf den Verhandlungstisch gelegt. Sie wollen Kürzungen bei einer tariflich vereinbarten Zulage zur Mitarbeitergewinnung, das Geld soll mit künftigen Tariferhöhungen verrechnet werden. Die ebenfalls tariflich seit langem gültige Aufstockung des Krankengelds soll gekürzt werden.

ver.di-Verhandlungsführer Jochen Koppel: „Das kam völlig aus dem Off. Wir bewerten diesen Vorstoß als eine Attacke auf unseren Tarifvertrag. Es standen ganz andere Themen auf der Tagesordnung. Nun soll das, was schon lange in Kraft ist, plötzlich weg. Das ist eine ungeheuerliche Provokation. Die Kolleginnen und Kollegen sollen massiv schlechter gestellt werden. Das werden wir nicht hinnehmen. Wir werden weiter streiken. Der Warnstreik am Donnerstag wird nicht der letzte gewesen sein, soviel steht fest.“

  • Bei den Tarifverhandlungen geht es nicht um lineare Gehaltserhöhungen. Hier ist der hessische Vertrag an den Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes, TVöD, gekoppelt. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die Rahmenbedingungen der Arbeit, wie beispielsweise die Berechnung der Höhe von Zuschlägen. Sie soll künftig auf Basis der individuellen Entgeltstufe der Beschäftigten erfolgen.
  • Bei einer Höhergruppierung in eine andere Entgeltstufe soll der Beschäftigte seine Erfahrungsstufe (mehr Geld durch längere Betriebszugehörigkeit) mitnehmen können und nicht wieder von vorn anfangen müssen, was faktisch oft einen finanziellen Verlust trotz Beförderung bedeutet (stufengleiche Höhergruppierung).
  • Weitere Forderungen sind eine Ballungsraumzulage für alle Mitarbeiter (derzeit 0,40 Euro/Stunde nur für bestimmte Gehaltsgruppen im Fahrdienst), die Erhöhung des Leistungsbudgets auf 2% (§6 Abs. 7 TV-N). Dabei handelt es sich um eine leistungsorientierte Bezahlung. Derzeit beträgt sie 1 %.

Eine weitere Forderung: Schicht- und Wechselschichtzulage für alle Beschäftigtengruppen. Derzeit erhalten hauptsächlich Beschäftigte in Werkstätten diese Zulagen. Der Fahrdienst wird nicht als Schichtarbeit gewertet und geht daher leer aus. Streikorte werden Frankfur, Gießen und Marburg sein.