Grenzgang in Biedenkopf mit rassistischen Traditionen?

Demonstration gegen „Blackfacing“ beim Grenzgang in der Hospitalsstrasse Biedenkopf. Foto nn, Bildquelle Wikipedia CC-BY-SA-4.0

22.07.2026 (pm/red) In Biedenkopf steht vom 13. bis 15. August wieder der im siebenjährigen Turnus stattfindende Grenzgang statt. Am „Blackfacing“ des sogenannten >Mohr von Biedenkopf< gibt es Kontroverse Diskussionen und Kritik. Ausführlich berichtet wurde in der Lokalpresse und der Hessenschau angesichts deutlich vorgetragener Kritik an der geschminkten Leitfigur.

Die Linke Marburg-Biedenkopf positioniert sich gegen die anhaltende Praxis des „Blackfacings“ beim Biedenkopfer Grenzgang. Damit schließt sie sich den zahlreichen Stimmen an, die seit Jahren auf den rassistischen Charakter dieser Tradition hinweisen. Zu ihnen gehören der Ausländerbeirat der Stadt Marburg, die Initiative Schwarze Menschen in Deutschland sowie zuletzt die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen und die hessischen Jusos.
 
Die Linke Marburg-Biedenkopf weiß, dass der Grenzgang für viele Menschen in Biedenkopf ein Fest von großer emotionaler Bedeutung ist, das Identität und Gemeinschaft stiftet. „Gerade deshalb halten wir es für wichtig, die berechtigte Kritik ernst zu nehmen, statt sie zu übergehen. Eine Stadtgesellschaft muss sich auch bei liebgewonnenen Traditionen fragen dürfen, ob eine Praxis heute noch zeitgemäß ist – unabhängig davon, wie sie gemeint ist. Gute Absichten schützen nicht vor rassistischen Auswirkungen.“
 
Die Linke begrüßt daher, dass sich am 18. Juli rund 70 Menschen an der Demonstration gegen rassistische Praxen beim Grenzgang beteiligt haben. Sie unterstützt die zentralen Forderungen: eine öffentliche Abkehr vom Blackfacing, eine kritische statt verharmlosende Berichterstattung und klare Konsequenzen bei diskriminierenden Vorfällen.

Geworben wird für einen offenen, respektvollen Austausch des Grenzgangsvereins mit den Kritikern. Plädiert wird zudem für konkrete Schritte zur Weiterentwicklung der Figur ein – etwa durch eine Umbenennung und den Verzicht auf Blackfacing. So könne eine Tradition, die vielen Menschen am Herzen liegt, zukunftsfähig gemacht werden, ohne dass sie auf Kosten anderer geht, wird mitgeteilt.