Kognitionsforschung: Warum wir glauben, was wir anklicken

22.01.2026 (wm/red) Je häufiger uns eine Nachricht begegnet, desto eher sind wir geneigt, sie für wahr zu halten. Diese Erkenntnis ist schon 50 Jahre alt. Bochumer Forscher haben jetzt gezeigt, dass dieser sogenannte Truth-Effekt sich …

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Gedenkstätten und Erinnerungsorte: Gegen KI-generierte Holocaust-Verfälschungen

Kriegsgefangene Soldaten auf dem Zwangsmarsch in das Stalag IXA Trutzhain. Sternbald-Foto. Bildquelle Museum und Gedenkstätte Trutzhain

22.01.2026 (pm/red) Das Deutsche Exilarchiv beteiligt sich an einem Offenen Brief, der in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. In diesem Brief fordern zahlreiche Gedenkstätten und Einrichtungen historisch-politischer Bildung, konsequent gegen KI-generierte Bilder im Zusammenhang mit der Shoah vorzugehen und gleichzeitig die Medien- und KI-Kompetenz in der historisch-politischen Bildung zu stärken.

„In den Sozialen Netzwerken tauchen in den letzten Monaten immer mehr massenhaft mit Künstlicher Intelligenz (KI) erstellte Inhalte mit Bezug zum Nationalsozialismus auf, die keine historischen Ereignisse abbilden, sondern frei erfunden sind. Diese umgangssprachlich als AI-Slop bezeichneten Inhalte zeigen beispielsweise vermeintliche Situationen in nationalsozialistischen Lagern oder bei deren Befreiung. Diese zeichnen ein extrem verzerrtes und falsches Bild. (…)

Einrichtungen historisch-politischer Bildung in großer Sorge

Diese Entwicklung beobachten wir als Einrichtungen historisch-politischer Bildung mit großer Sorge. KI-generierte Inhalte verfälschen die Geschichte durch Verharmlosung und Verkitschung. Sie verändern die Sehgewohnheiten der Nutzer, die zunehmend auch authentische historische Dokumente anzweifeln. Mit jedem dieser Postings wird die Arbeit von Gedenkstätten, Archiven, Museen und Forschungseinrichtungen entwertet und ihre Glaubwürdigkeit untergraben. (…)

Wir setzen uns für eine digitale Öffentlichkeit ein, in der Überlebende der nationalsozialistischen Verfolgung und ihre Nachkommen davor geschützt sind, dass ihre Lebensgeschichten von Unbekannten für Profit instrumentalisiert werden. Historische Quellen und wissenschaftliche Forschung dürfen nicht von massenhaft KI-generierten Inhalten verdrängt werden. Wir wollen, dass echte Stimmen und vielfältige Perspektiven gehört werden. 

Gesamtgesellschaftliche Herausforderung: Historisch verantwortungsvolle Standards 

Wir sind nicht gegen digitale Formen des Gedenkens und der Vermittlung. Auch künstliche Intelligenz kann in der historisch-politischen Bildungsarbeit durchaus sinnvoll eingesetzt werden. Die gesamtgesellschaftliche Herausforderung besteht jedoch darin, ethische und historisch verantwortungsvolle Standards für diese Technologie zu entwickeln. Plattformbetreiber tragen dabei eine besondere Verantwortung: Sie müssen sicherstellen, dass das Leid der Opfer nicht durch emotionalisierte Fiktionen trivialisiert wird.“

Erstunterzeichner(alphabetisch):

Arbeitsgemeinschaft KZ-Gedenkstätten:
– Gedenkstätte Bergen-Belsen
– Gedenkstätte Buchenwald
– KZ-Gedenkstätte Dachau
– KZ-Gedenkstätte Flossenbürg
– KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora
– KZ-Gedenkstätte Neuengamme
– Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück
– Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen

Arolsen Archives
Dokumentations- und Informationszentrum (DIZ) Emslandlager
Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz
Gedenkstätte Hadamar
Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel
Gedenkstätte Lager Sandbostel
Gedenkstätten Gestapokeller und Augustaschacht e.V.
Gedenkstättenreferat der Stiftung Topographie des Terrors
Jüdisches Museum Berlin
KZ-Gedenk- und Begegnungsstätte Ladelund
Netzwerk Digital History und Memory

Sprecherrat des Netzwerks der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen an Orten ehemaliger NS-Kriegsgefangenenlager

Ständige Konferenz der NS-Gedenkorte im Berliner Raum:
– Denkmal für die ermordeten Juden Europas
– Gedenkstätte und Museum Sachsenhausen
– Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannseekonferenz
– Gedenkstätte Deutscher Widerstand
– Topographie des Terrors
Stiftung Bayerische Gedenkstätten
Stiftung Hamburger Gedenkstätten und Lernorte zur Erinnerung an die Opfer der NS-Verbrechen
Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten
Verband der Gedenkstätten in Deutschland e.V.

Mitunterzeichner (alphabetisch):

Arbeitsstelle Holocaustliteratur, Justus-Liebig-Universität Gießen
Ausstellung „Auf der Spur europäischer Zwangsarbeit. Südniedersachsen 1939–1945“
Denkort Bunker Valentin
Deutsches Exilarchiv 1933-45 der Deutschen Nationalbibliothek
Erinnerungs-, Bildungs- und Begegnungsstätte Alt Rehse
Erinnerungs- und Lernort „Halle 116“
Fritz Bauer Institut
Gedenkhalle Oberhausen
gedenkplaetze.info
Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen
Gedenkstätte Breitenau
Gedenkstätte für Zwangsarbeit in Leipzig
Gedenkstätten Brandenburg an der Havel
Gedenk- und Dokumentationsstätte KZ Drütte
Geschichtswerkstatt Göttingen e.V.
Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung
Historisches Museum Bremerhaven
Institut für die Geschichte der deutschen Juden
KZ-Gedenkstätte Moringen
Lern- und Gedenkort Schloss Hartheim
NS-Dokumentationszentrum Köln
NS-Dokumentationszentrum München
Projekt “Zwangsarbeit 1939-1945”
Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)
Stiftung Gedenkstätte Esterwegen
Stiftung Sächsische Gedenkstätten
Verein Merkwürdig – Zeithistorisches Zentrum Melk
Zentrum für Holocaust-Studien am Institut für Zeitgeschichte München–Berlin

Gedenkstaettenforum Online 

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