Dritter Vortragsabend mit Georg Fülberth: Neuanfänge und Fortsetzungen – Linke Opposition in Marburg 1993 – 2026

22.02.2026 (pm/red) Nach den ersten beiden gut besuchten Vorträgen von Georg Fülberth aus der Reihe „Geschichte der sozialistischen Opposition in Marburg von 1945 bis zur Gegenwart“ wird für 4. März zum abschließenden dritten  Vortragsabend eingeladen. Dieser trägt den Titel „Neuanfänge und Fortsetzungen 1993 – 2026 – Marburger Allerlei“ und beschäftigt sich mit den zurückliegenden drei Jahrzehnten.

Linke Opposition in Marburg 1993 – 2026

1993 hatte die DKP mitgeteilt, dass sie zur anstehenden Kommunalwahl nicht mehr antreten werde. Sie lud alle Menschen links von SPD und Realo-Grün ein, sich zu einer gemeinsamen Kandidatur zusammenzufinden. Die taten darauf das Dümmste, was sie machen konnten: Sie zerstritten sich und stellten zwei miteinander konkurrierende Wahlvorschläge auf. Eine „Grün-Alternative Liste“ (GAL) bekam 4,9 Prozent der Stimmen, eine „Marburger Linke“ 3,4. Jede von ihnen blieb unter fünf Prozent.

1994 wurde die PDS in Marburg mit einer Direktkandidatur für den Bundestag sichtbar. Zur Wahl der Stadtverordnetenversammlung 1997 trat sie nicht allein an, sondern in einem Bündnis mit dem Namen „PDS/Marburger Linke“ (PDS/ML). Dieses übersprang die Sperr-Hürde. Das war – wie einst 1972 mit der DKP – damals noch ein bundesweiter Sonderfall.
Als 2006 die „Wahlalternative Soziale Gerechtigkeit“ (WASG) dazukam, entstand ein neues Bündnis, jetzt mit verändertem Namen: „Marburger Linke“. Einigkeit machte stark. 2024 traten drei Mitglieder aus der siebenköpfigen Fraktion der „Marburger Linken“ aus und bildeten eine eigene. Ein Fehler aus der Vergangenheit wiederholte sich.

Schwanallee 27-31, Marburg am 4. März – 19 Uhr
Referent Prof. Dr. Georg Fülberth
Veranstalter DKP Kreis Marburg-Biedenkopf