
07.10.2026 (pm/red) Heimische Wälder stehen durch den Klimawandel vor Herausforderungen. Aber es gibt Möglichkeiten, ihn langfristig an die veränderten Bedingungen anzupassen. Das wurde bei einem Waldspaziergang mit Experte Daniel Hoven von HessenForst deutlich. Der Spaziergang fand im Rahmen des Klima-Dialoges des Landkreises Marburg-Biedenkopf statt.
Den 30 Teilnehmenden vermittelte Hoven, der als Revierleiter Wohra im Burgwald arbeitet, vor Ort anschaulich die Herausforderungen und Anpassungsmöglichkeiten für den Wald. UEr zeigte auf, wie der Wald zur Erholung und Holznutzung erhalten werden kann. An verschiedenen Waldflächen wurde deutlich, dass der Waldumbau ein langfristiger Prozess ist, der bereits begonnen hat. Hoven zeigte den Teilnehmenden Flächen, auf denen die Folgen und Schäden durch Trockenheit sichtbar sind.
Aber auch neu angelegte Flächen, auf denen bereits mit verschiedenen Baumarten im Hinblick auf ihre Widerstandfähigkeit gegen Trockenheit experimentiert wird. Neben heimischen Baumarten, welche die Trockenheit gut vertragen, seien je nach Standort und Fläche auch nicht heimische Baumarten eine Alternative. Entscheidend sei dabei, dass die Baumarten zum jeweiligen Standort und zu den künftig erwarteten Klimabedingungen passen und möglichst vielfältige Mischungen entstehen. Zumal es auch in den Wäldern nicht nur heiße Sommer, sondern auch kalte Winter geben kann.
Bedeutung der Holzernte für den Waldumbau
Die Bedeutung der Holzernte für den Waldumbau war ebenfalls Thema: Durch eine gezielte Holzernte sei es möglich, mithilfe von Sonnenlicht aber auch mehr Raum die nächste Waldgeneration zu schaffen und den Wald zu verjüngen, so Hoven. Gleichzeitig gehe es darum, stabile, strukturreiche Mischwälder zu entwickeln. Und auch eine hohe Qualität an Holz zu produzieren.
Auch der Wasserhaushalt des Waldes kam beim Klima-Dialog als Thema nicht zu kurz: Gerade angesichts längerer Trockenperioden und zunehmendem Starkregen werde es immer wichtiger, Regenwasser möglichst lange im Wald zu halten so Förster Hoven. Versickerungsmulden oder auch Wasser aus Entwässerungsgräben aufzufangen und wieder in den Wald zu leiten könne dazu beitragen, dass Wasser im Waldboden versickert – und dem Wald so länger zur Verfügung steht.
Mit dem Rundgang zeigte Hoven, dass Waldumbau kein kurzfristiges Projekt ist, sondern eine Aufgabe, die über viele Jahre und Jahrzehnte begleitet werden muss. Mit dem Ziel, die Wälder auch unter den Bedingungen des Klimawandels zu erhalten und ihre vielfältigen Funktionen für Mensch, Natur und Klima langfristig zu sichern.
