
19.09.2026 (yb) In der eigens für das Künstlerstipendium Willingshausen gebauten kleinen Kunsthalle ist eine Präsentation zum 30jährigen Bestehen gestaltet worden. Kuratorin Marina Rüdiger hat Arbeiten und Biografien von 12 der inzwischen 60 Stipendiatinnen und Stipentiaten exemplarisch ausgewählt um einen Einblick in Werke und Wirken der vergangenen drei Jahrzehnte zu bieten.
Damit beschränkt sich die Ausstellung auf eine Mikrosicht des dreißigjährigen Geschehens mit den zahlreichen jungen Künstlern, die jeweils mit eigenem Kunstverständnis, Temperament ihre drei Monate in Willingshausen verbracht haben. Dass das Künstlerstipendium für die jeweiligen Künstler einen substantiellen Beitrag in ihrer Karriere geleistet hat, wird in dem lebendigen Portrait anschaulich, dass Jörg Haafke über Mette Joensen veröffentlicht hat. Er hat die fünfte Stipendiatin in ihrem Atelier in Dänemark besucht und berichtet vom wechselvollen Werdegang der dänischen Künstlerin.

Wer an diesem Samtagnachmittag in Willingshausen einen großen Bahnhof mit vielen Stipendiaten, Ausstellungsbesuchern und Laudatoren erwartet hätte, wäre klar enttäuscht worden worden. Ob es nur falsche Bescheidenheit gewesen ist, dass gerade einmal die Zahl der für ein Fußballspiel notwendigen Personen erschienen war, mag dahingestellt bleiben. Damit fiel es den Besuchern nicht schwer die 12 Arbeiten an den weißen Wänden vertiefend zu betrachten.
Neben Marina Rüdiger als Laudatorin begrüßte Bürgermeister Luca Fritsch die Gäste und brachte zum Ausdruck, dass Willingshausen auch zukünftig der ausgewählte Ort für das in Hessen und Thüringen herausragende Stipendium gerne bleiben würde. Gehört hat dies freilich von den anderen Förderern niemand. Sowohl die Kreissparkasse Schwalm-Eder, der Schwalm-Eder-Kreis wie auch die Sparkassen Kulturstiftung Hessen-Thüringen glänzten durch Abwesenheit.

Manch einer hätte sicher auch Bernhard Balkenhol als langjährigen erfahrenen Kurator begrüßt. Der Veranstaltung hätte sicherlich auch ein Büchertisch mit den Katalogen aller Künstler gut zu Gesicht gestanden. Nur im Seitengang zu den Toiletten in der unteren Etage finden sich diese –lückenhaft – präsentiert, besser formuliert eher an den Rand gedrängt wie ein notwendiges Übel.

So konnte schwerlich gelöste Stimmung aufkommen als die Kuratorin ihre Ansprache beendet hatte. Es war sicherlich nicht ihre Aufgabe als erst seit wenigen Jahren mandatierte Kuratorin eine Gesamtwürdigung zu leisten. Und Fehlanzeige an diesem Nachmittag waren die Willingshäuser selbst. Man konnte die Zahl der erschienenen Dorfbewohner mit den Fingern einer Hand abzählen. Einzig das Buffet der Landfrauen bereitete in bester Qualität und Originalität der Häppchen und Schnitten wenigstens dem kulinarischen Teil der Veranstaltung eine (gast-)freundliche Seite.
