Friedensausstellung im Museum der Schwalm – Thailändisch-buddhistische Werke in der Konfirmationsstadt Ziegenhain

In deutscher Übersetzung wurde die Ansprache von Meister Amnart Klanprachar zur Ausstellungseröffnung im Museum der Schwalm vorgestragen. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

07.09.2026 (yb) Während in der Kunstmetropole Kassel am Wochenende zur Museumsnacht Tausende auf den Beinen und in Museen und Galerien unterwegs waren, hatte das Museum der Schwalm zu einer interkulturellen Ausstellungseröffnung  am Sonntag eingeladen, die Besonderes versprach und einen großen Sprung wagte. Es konnten Museumsleiter Wilfried Rantft und Dekan Christian Wachter vor vollbesetzten Stuhlreihen in der Ausstellungsetage freudig gespannt die ungewöhnliche Präsentation eröffnen.

Es war für den einleitenden Dekan als Repräsentanten der Evangelischen Kirche sichtliches Anliegen auf übergreifende Grundlagen von Glaube und Religion als friedliches Bekenntnis und Ausdruck tiefer Sehnsucht nach Frieden im Grunde aller Menschen zu verweisen. Mit dieser Ausstellung der im Schloss Dillich seit 2017 lebenden und wirkenden buddhistischen Mönche wird durchaus Neuland betreten in der Schwälmer Kunstmetropole und langjährigen Grafen- und Residenzstadt und seit 1821 gewesenen Kreishauptstadt Ziegenhain.

Zunächst Zuhören und später dann Hinsehen und Betrachten beim Rundgang im Ausstellungssaal. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Die mächtigen Gemäuer und vielen Präsentationsräume im vormaligen Burgmannensitz von Heinz von Lüder sind trefflicher Ort für Erinnerungsarbeit und kunstvoll-kulturelle Inszenierungen. Solche waren in den zahlreichen großformatigen Gemälden von Meister Amnart Klanprachar rundum unübersehbar wirkungsvoll gehängt. So waren die konzentriert lauschenden Besucher geradezu umzingelt von andersartigen Werken der Malerei, wo zuvor Bibeln, Schwälmer Weißstickerei und meistens Werke von regionalen Malern und Kunstschaffenden präsentiert werden. Von Fremdeln keine Spur, nicht von den Besuchern aus Willingshausen und aus manch anderen Orten.

Kunst und Malerei sind eine Sprache – ebenso wie Worte, Gedichte, Musik, Theater und Performance. Entscheidend ist nicht nur was wir sagen, sondern wie wir es sagen, damit die Botschaft das reine, ursprüngliche Herz der Menschen erreicht.Meister Amnart Klanprachar

Full House bei der Eröffnung, viele Ansprachen ins Deutsche übersetzt via mitunter etwas lahmender Tonübertragung verlangten Sitzfleisch und Einlassung. Das Buffet bot thailändische Spezialisitäten. Was denn das für eine Halbkugel in grüner Frabe sei, fragte ein Besucher vor der leckeren Auswahl stehend. Die aus Kassel angereiste Birgit Schwalm wusste die Bezeichnung zu nennen. Am Probieren führte kein Weg vorbei, wer auf den Geschmack kommen wollte. Vielen mundete es lecker. Bei den Getränken gab es vertrautes Repertoire in perlig gefüllten Sektgläsern, alternativ O-Saft.

Ein eindrückliches Werk mit dem Titel „Mutter Erde“ kann samt Erläuterung im Nebensaal betrachtet werden. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Das Museum der Schwalm hat die  „buddhistische Kontaktaufnahme“ als Angebot aus Dillich gerne angenommen. Seinen Besuchern werden Kunstwerke präsentiert, die hochgradig intentional gewidmet sind. Die Zukunfts- und Überlegensfrage der Menschen in Palästina, im Sudan, in Osteuropa geht um Frieden. Dagegen werden in Deutschland Hunderte Milliarden in krass geschichtsvergessner zerstörerischer Manier  für Rüstung vergeudet und zu viele verharren im Vasallentum zum absteigendenn Imperium. Meister Amnart Klanprachar setzt sein Kunstschaffen dagegen und ist inmitten der (vormaligen) Festung Ziegenhain hoch willkommener künstlerischer Gast. Er hat uns etwas zu sagen, wir sollten hingehen, nachdenken und in uns gehen. Give Peace a chance – Now.