Marburger Bündnis „Nein zum Krieg!“ warnte vor den F-35-Kampfjets

11.10.2026 (red) Das Marburger Bündnis „Nein zum Krieg!“ informierte  am Samstag mit einer Mahnwache an der Augustinerstraße über den Kauf der F35 in den USA und den „unsäglichen Bedingungen für diesen Kauf.“ Nachfolgend wird das verteilte Flugblatt wiedergegeben.

Keine neuen Kampfjets – weder F-35-Kampfjets  noch irgendwelche anderen! Abrüstung statt Aufrüstung!   Verhandeln statt Schießen!

Für uns ist der Kauf von Kampfjets gleich welcher Modelle und Herkunft grundsätzlich nicht akzeptabel. Das Beispiel des Kaufs des Kampfjets F-35 zeigt aber eine weitere Dimension auf, nämlich die negativen finanziellen Folgen für zivilgesellschaftliche und demokratische Strukturen. Insbesondere Deutschland und Frankreich waren bereits in den 2010`er Jahren bemüht, für Europa eine größere strategische Unabhängigkeit vonden USA zu erreichen – auf Deutsch also: eigene Großmachtambitionen zu verfolgen.

Als es um die Nachfolge des in die Jahre gekommenen Tornados ging, für den es auch keine Ersatzteile mehr gab, entwickelten Deutschland und Frankreich 2017 das Kampfjet-Projekt „Future Combat Air System“ (FCAS). Es ging dabei um ein Gesamtvolumen von rund 100 Milliarden Euro. Aufgrund insbesondere von Differenzen hinsichtlich der Zuständigkeiten unter den beteiligten Rüstungsunternehmen scheiterte dieses Projekt. Verbleibender Schaden: 3 Milliarden Euro!

2022 entschied sich die damalige Bundesregierung unter Olaf Scholz für den Kauf des Kampfjets F-35 des US-Rüstungsunternehmen Lockheed Martin.

Der F-35 galt und gilt als das modernste Kampfflugzeug der Welt, ein „fliegender Superroboter“, der u. a. auch die von der Bundesregierung gewollte „nukleare Teilhabe“ gewährleistet – sprich: Der F-35 kann Atomwaffen transportieren und abwerfen.
Wenn man sich die Vertragsbedingungen ansieht, fragt man sich: Welcher normale Mensch würde eine Ware unter diesen Bedingungen eigentlich kaufen???

Vertragspartner ist nicht Lockheed Martin, sondern die US-Regierung und die Vertragsinhalte werden allein von der US-Regierung vorgegeben:

  • Kaufpreis für 35 Jets: 10 Milliarden Euro – bei Vorkasse (4 Mrd. Dollar bereits geleistet). Alle Preissteigerungen des im Bau befindlichen Jets gehen zulasten der Bundesregierung
  • Auslieferung: ab 2027 bis 2029
  • zunächst nur „Anfangsbereitschaft“ der F-35, erst ab 2032 „volle Operationsfähigkeit“
  • Gewährleistungen und Haftungen des Herstellers sind ausgeschlossen.
  • Wartung und Ersatzteillieferungen können nur in Abstimmung mit US-Stellen durchgeführt werden – die Bundesregierung hat keine eigenständigen Rechte hierbei.
  • Die US-Regierung hat nicht nur Zugriff auf die Wartung, sondern auch auf die komplette Logistik und die elektronischen Netzwerke des F-35 und kann damit dessen Einsatzpotenziale beeinflussen.
  • Die US-Regierung behält sich ausdrücklich vor, im Fall, dass das nationale Interesse dies erfordere, zu jedem Zeitpunkt die Leistungserbringung ganz oder zum Teil zu kündigen oder auszusetzen.
  • Bei Vertragsstreitigkeiten darf die Bunderegierung keine Gerichte anrufen.

Damit noch nicht genug: Neben dem F-35-Vertrag gibt es rund 30 weitere derartige Verträge mit einem Gesamtvolumen von rund 30 bis 40 Milliarden Euro! Man fragt sich angesichts dieser von der US-Regierung diktierten Bedingungen:

Was hat das mit der gewollten Unabhängigkeit von den USA zu tun?
Nichts!!!

Aus unserer Sicht ist die Anschaffung von Waffen wie den Kampfjets grundsätzlich abzulehnen. Sie dienen nicht der Erreichung von Frieden, sondern führen zu weiterer Eskalation!

Statt Investitionen in Rüstung fordern wir Friedenslösungen auf dem Verhandlungsweg und Investitionen in Bildung, Gesundheit, Soziales, Umwelt und Klima, Kultur