
14.10.2026 (pm/red) Im Jahr ihres 500-jährigen Bestehens widmet die Philipps-Universität Marburg ihr Studium Generale einem Thema, das ihre Geschichte seit der Gründung im Jahr 1527 prägt: der Streitkultur. Die älteste bestehende protestantische Universität der Welt entstand in einer Zeit tiefgreifender religiöser, politischer und gesellschaftlicher Umbrüche.
Von Beginn an war sie ein Ort, an dem unterschiedliche Überzeugungen, neue Ideen und wissenschaftliche Erkenntnisse aufeinandertrafen. Streit und Widerspruch gehören deshalb seit jeher zum Selbstverständnis der Universität und bilden bis heute eine wesentliche Grundlage wissenschaftlichen Fortschritts, wird dazu informiert. Die Wissenschaft sei heute nicht weniger mit grundlegenden Fragen konfrontiert:
- Wie frei ist Forschung?
- Welche Verantwortung trägt Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft?
- Wie können kontroverse Debatten gelingen, ohne den wissenschaftlichen Dialog zu gefährden?
- Wie kann die Universität ein Ort bleiben, an dem unterschiedliche Positionen offen und respektvoll miteinander diskutiert werden?
Das Studium Generale im Wintersemester 2026/2027 will diese Fragen aus historischer und gegenwartsbezogener Perspektive aufgreifen . Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen beleuchten die Geschichte der Universität, die Freiheit von Forschung und Lehre, ethische Grenzen wissenschaftlicher Erkenntnis sowie aktuelle Herausforderungen an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.
Immer mittwochs im Vortragsraum der Universitätsbibliothek
Die Veranstaltungen des Studium Generale finden jeweils mittwochs von 18.15 bis 19.45 Uhr im Vortragsraum der Universitätsbibliothek statt. Es richtet sich an alle Mitglieder der Philipps-Universität Marburg sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Am 4. November referiert Prof. Dr. Christoph Kampman: „Akademische Streitkultur, konfessionelle Konfrontation und die Gründung einer Universität.
Zur Marburger Universitätsgeschichte im 16. und 17. Jahrhundert.“
Übersicht der Veranstaltungen des Studium Generale im Jubiläumsjahr
