„Stadterleben durch mobile Objekte“ in der Walter-Lübcke-Schule Wolfhagen

Kunstpräsentation in bewegten Bildern von Joey Arand

04.03.2026 Gastbeitrag von Corinna Grimm | Dass Kunst zur Lingua franca werden kann haben in den vergangenen zehn Wochen 19 Schülerinnen und Schüler der Klasse IKL 2 an der Walter-Lübcke-Schule in Wolfhagen eindrücklich unter Beweis gestellt. Im Rahmen eines Kunstprojektes gestalteten die Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 16 Jahren aus neun Nationen eine Kunstausstellung – im wahrsten Sinne des Wortes – mit großartigen und vielseitigen Objekten. Sie wurden dabei von ihrer Kunstlehrerin Karin Balkenhol und der Künstlerin Joey Arand begleitet.

Am 2. März wurden die Objekte im Rahmen einer Präsentation in der Pausenhalle der Walter-Lübcke-Schule der Öffentlichkeit präsentiert.
Aber von vorn. – Wie kann es gelingen, junge Menschen, die sich an die Sprache Deutsch erst noch herantasten, sprachunabhängig zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit ihrem Schulort Wolfhagen anzuregen?  Ganz einfach – mit allen Sinnen.

Letztes Handanlegen für die Präsentation in der Pausenhalle. Fotografien von Hanifa Hanan

Was sieht, fühlt, riecht, schmeckt und hört man in Wolfhagen?

Natürlich, Wolfhagenkenner werden das wissen, alte Gemäuer und viel Grün, verwittertes Holz, Pizzaduft und Eis, aber auch einen historischen Stadtkern, der für den Autoverkehr nicht gesperrt ist.

Entstanden sind infolge sinnlicher Stadterkundungen zweidimensionale Zeichnungen, aber auch imposante Großobjekte aus Pappe und Papier, die teilweise zu multisensorischen Installationen mit Duftlampen oder Audios arrangiert wurden:  Bäume, überdimensionale Pizzen, eine Bruchsteinmauer, ein mobiles Gatter und riesige Eiswaffeln mit unzählbaren und auswechselbaren Eiskugeln.

Und die Besucher? – Die durften die passive Rolle als reine Betrachter getrost aufgeben und sich gewissermaßen am Gestaltungsprozess beteiligen. Interaktiv konnten überdimensionale Pizzastücke ausgetauscht, Zäune verschoben und echtes Eis verspeist werden. Spätestens in diesem Moment waren alle Neugierigen, die sich in der Pausenhalle eingefunden hatten, dabei.

Und die Künstlerinnen und Künstler? – Waren sichtlich und absolut berechtigt stolz auf ihre Leistungen. Mutig nahmen dann auch die Schüler Nesar Ahmad Sarwari, Jalaladdin Momin und Kyrylo Krasnikkov das Mikrofon und stellten sich und ihre Arbeiten dem Publikum vor.

Finanziell gefördert und ideell unterstützt wurde das fruchtbare und inspirierende Projekt von der Stiftung Ravensburger Verlag. Das Unternehmen Prima Welle aus Diemelstadt stellte großformatige Pappen zur Verfügung, auch dafür vielen Dank.

Die Ausstellung wird am 9. Mai von 15 Uhr bis 18 Uhr in Wolfhagen in der Triangelstr. 1 , im Hof der Familie Norgmeier ein weiteres Mal präsentiert.