„Marburger Frauen im Nationalsozialismus“ – Ausstellung im Staatsarchiv Marburg

Kranzniederlegung von Frauen mit Hitlergruß vor dem Behring-Denkmal anlässlich der Behring-Erinnerungsfeier vom 4. bis 6. Dezember 1940 (HStAM, Slg. 7, b 446/19)

06.05.2026 (pm/red) Die Ausstellung „Marburger Frauen im Nationalsozialismus“ ist aus einem Seminar der Soziologin Randi Becker am Marburger Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung hervorgegangen: Studierende haben darin die Geschichten von 22 Marburger Frauen im Nationalsozialismus erforscht, darunter Verfolgte, Widerständige, aber auch Täterinnern. Präsentiert wird die Ausstellung vom 7. Mai bis 24. Juli im Staatsarchiv am Friedrichsplatz.

Die Wanderausstellung auf 30 Tafeln wurde erstmals 2024 in der Universitätsbibliothek Marburg gezeigt. Sie rekonstruiert 22 Biographien von Marburger Frauen anhand von Dokumenten aus verschiedenen hessischen Archiven. Eine Auswahl der verwendeten Dokumente und Objekte ist nun im Staatsarchiv Marburg erstmals in der begleitenden Vitrinenausstellung zu sehen.

Die Originaldokumente in sieben Vitrinen zeigen die Schicksale der Marburger Frauen vor allem im Kontakt mit den Behörden. Damit lässt sich nicht nur das Handeln der staatlichen und kommunalen Stellen im Nationalsozialismus aufzeigen, sondern auch die Entscheidungen, die in den Jahrzehnten nach 1945 getroffen wurden, wenn es um die Entschädigung der Verfolgten, Aufarbeitung der Verbrechen und Anerkennung des erlittenen Unrechts geht.

Ergänzend dazu bietet die Ausstellung mit zeitgenössischen Fotos einen Einblick in das Marburg während der NS-Zeit. Gezeigt werden Exponate aus dem Stadtarchiv Marburg, den Arolsen Archives, dem Universitätsarchiv Marburg, dem Hauptstaatsarchiv Wiesbaden und dem Staatsarchiv Marburg.

Begleitprogramm
28. Mai Vortrag „Der Umgang mit nationalsozialistischen Gewaltverbrechen nach 1945 in Marburg“
18.Juni Vortrag „Frauen als Täterinnen im NS am Beispiel der KZ-Oberaufseherin Helene Klofik“
25.Juni Vortrag „Sexuelle Zwangsarbeit im Lagerbordell am Beispiel von Franziska W.“