
06.05.2026 (pm/red) Der Impfstoffhersteller Biontech will die bisherigen Standorte in Idar-Oberstein, Tübingen schließen, nunmehr auch seine Produktionsstätte in Marburg, wird informiert. Von dem Aus für den gesamten Standort Marburg sind 670 Vollzeitstellen betroffen. Biontech begründet die geplanten Schließungen mit Überkapazitäten, sinkender Auslastung und hohen Kosten.
Bundesweit können von Werkschließungen bis zu 1.860 Stellen betroffen sein, so die Mitteilung. Ziel sei es jährlich bis zu 500 Millionen Euro einzusparen. Gelder sollen künftig verstärkt in die Entwicklung neuer Medikamente fließen, insbesondere in der Krebsforschung, so die Mitteilung des Unternehmens.
Der deutliche Rückgang im Geschäft mit Covid-19-Impfstoffen bildet den wirtschaftlichen Hintergrund der Entscheidung. Im ersten Quartal 2026 sank der Umsatz auf 118,1 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr noch 182,8 Millionen Euro erzielt worden waren. Der Nettoverlust steige auf rund 532 Millionen Euro.
Während der Corona-Zeit spielte der Standort Marburg eine zentrale Rolle bei der Produktion des Impfstoffs. Der Betriebsratsvorsitzende Mark Pfister kritisiert die Schließung als einen „massiven Schlag
für die Region“ und verweist auf die Bedeutung des Werks für den Erfolg des Unternehmens in den vergangenen Jahren.
Marburgs OB Dr. Thomas Spies kritisiert die angekündigte Schließung des BioNTech-Standorts in Marburg scharf. „Wir halten diese Entscheidung für falsch und haben kein Verständnis für den Umgang mit den Beschäftigten, die diesem Unternehmen am Standort mit der Produktion des Covid-Impfstoffs horrende Gewinne beschert haben“.
