Neuer Hochseilgarten im Stadtwald begeistert Familien und inklusive Nutzer

Der neue inklusive Hochseilgarten auf dem Freizeitgelände im Stadtwald kann auch von Rollstuhlfahrern genutzt werden. Foto Stefanie Ingwersen

04.05.2026 (pm/red) Viele Familien haben den Tag der offenen Tür auf dem Freizeitgelände im Stadtwald genutzt und den neuen inklusiven Hochseilgarten ausprobiert.  Die Sonne strahlt, die Blätter rauschen sanft im Wind und ein Specht werkelt hörbar an einem Baum. Neben den Geräuschen der Natur waren auf dem Freizeitgelände im Stadtwald vor allem freudige Rufe, ein wiederholendes „Klick“ und das Surren von Karabinerhaken entlang von Seilen zu hören. Anlass war die Eröffnung des neuen inklusiven und multifunktionalen Hochseilgartens.

„Das Freizeitgelände im Stadtwald ist ein ganz besonderer Platz in Marburg, weil er Kindern und Jugendlichen einen Erlebnisort innerhalb der Natur bietet. Der neue Hochseilgarten ist für alle nutzbar. Teilnehmer, insbesondere Kinder und Jugendliche, können hier an den Herausforderungen wachsen. Wer einmal oben gewesen ist, weiß, dass man danach unten verändert wieder ankommt. Es ist ein wirklich tolles Projekt, für das ich mich bei allen Beteiligten bedanke“, sagte OB Spies zur Eröffnung des neuen Hochseilgartens.

Viele Familien haben den Tag der offenen Tür genutzt, um den Hochseilgarten auszuprobieren und das Freizeitgelände im Stadtwald zu erkunden. Neben der Hauptattraktion gab es mehrere Mitmach-Angebote: Von Wikinger-Schach über Corn-Hole bis hin zu Bogenschießen und Disc-Golf-Parcours. Daneben war auch der Verein Slackline Mittelhessen vor Ort. Während die Profis auf der Highline trainierten, waren mehrere Slacklines in Bodennähe zum Ausprobieren für alle gespannt.

Die Stadt Marburg hat die ALEA GmbH mit dem Bau beauftragt. Insgesamt hat die Stadt 272.000 Euro in den Hochseilgarten investiert. Für die Ausbildung des Personals hat die Stadt eine Förderung durch das Hessische Ministerium für Soziales und Integration in Höhe von 10.000 Euro erhalten.

Der inklusive Hochseilgarten bietet verschiedene Herausforderungen, die alleine oder im Team zu bewältigen sind. Foto Stefanie Ingwersen

Hochseilgarten – neue Möglichkeiten in luftigerHöhe

Der rund sechs Meter hohe Hochseilgarten im Stadtwald eignet sich für Menschen mit und ohne körperliche oder geistige Beeinträchtigungen. Er bietet verschiedene Herausforderungen, die eigenständig oder im Rahmen einer Team-Aufgabe gemeistert werden. Auch Rollstuhlfahrer*innen können den Hochseilgarten nutzen. Hinauf geht es sowohl über eine Rampe als auch über Seilaufzüge. Wer eine größere Herausforderung sucht, nutzt die Kletterwand oder das Kletternetz.

Für den Weg nach unten gibt es sogar noch mehr Möglichkeiten. Neben Rampe, Seilzug und Klettern können sich Teilnehmende eine sehr steile Rampe rückwärts runterlassen oder mit der Seilrutsche runterfahren. Beide Varianten sind auch im Rollstuhl möglich. Für Menschen mit Muskelschwäche gibt es eine Gewichtsreduktions-Anlage, die so die Bewegung erleichtert. Daneben gibt es ein Tastmodell für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Zudem sind weitere taktile Elemente geplant.

Das war eine wirklich schöne Erfahrung heute. Es hat sich einfach und alltäglich angefühlt. Unser Sohn hatte Spaß und konnte selbst auch aktiv werden. Das ist toll, dass man hier das Gefühl hat, wirklich einfach mitmachen zu können, auch ohne, dass es dafür viel braucht“, erzählte Gerd, der gemeinsam mit seiner Familie die Eröffnung besuchte. Sein Sohn Edmund sitzt im Rollstuhl. Edmund hat den Hochseilgarten als eines der ersten Kinder während der Eröffnung ausprobiert.

Wer kann den Hochseilgarten nutzen?

Der Hochseilgarten steht Gruppen aus Schule, Vereinen, Aus- und Weiterbildung sowie der Jugend- und Behindertenhilfe zur Verfügung. Ziel ist es, allen Teilnehmenden außeralltägliche, bewegungsorientierte und gemeinschaftliche Erlebnisse zu ermöglichen. Der Hochseilgarten kann sowohl in pädagogisch begleiteten Settings (Marburger Abenteuerprojekt) als auch in der bewegungs- und abenteuerorientierten Freizeitgestaltung genutzt werden. Die Begleitung der Gruppen erfolgt durch qualifizierte und erfahrene Teamer*innen.

Mehr Infos dazu finden sich online.