
16.10.2026 (wm/red) Seit 25 Jahren erforscht das Zentrum für Konfliktforschung (ZfK) der Philipps-Universität Marburg die Ursachen, Dynamiken und Folgen von Konflikten und fragt danach, wie Frieden gestaltet werden kann. Das Jubiläum fällt in eine Zeit, in der Kriege, politische Spannungen und gewaltsame Konflikte weltweit zunehmen und internationale Institutionen und Regeln unter Druck geraten.
Wie kann unter diesen Bedingungen Frieden verstanden, ausgehandelt und praktisch gestaltet werden? Diese Frage steht im Mittelpunkt der diesjährigen Zentrumstage, die das ZfK vom 22. bis 24. Oktober 2026 unter dem Titel „The Future of Building Peace“ veranstaltet.
Zentrumstage vom 22. bis 24. Oktober widmen sich der Zukunft von Friedensförderung
Rund 150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Studierende werden zu der internationalen Konferenz in Marburg erwartet. Der erste Konferenztag ist zugleich dem 25-jährigen Bestehen des Zentrums gewidmet. Nach der Eröffnung durch die Vizepräsidentin der Philipps-Universität, Prof. Dr. Sabine Pankuweit, diskutieren ehemalige geschäftsführende Direktoren des ZfK die Entwicklung des Zentrums und der Friedens- und Konfliktforschung. Ein weiteres Panel richtet den Blick auf aktuelle Fragen der Friedensforschung.
Höhepunkt des folgenden Konferenztages ist die Keynote von Prof. Dr. Keith Krause vom Geneva Graduate Institute: Unter dem Titel „Peacemaking in the Shadow of War“ befasst er sich mit den Möglichkeiten von Friedenspolitik und Peacebuilding angesichts einer veränderten internationalen Sicherheitsordnung. In weiteren Panels werden aktuelle und kürzlich abgeschlossene Forschungsprojekte des ZfK vorgestellt und diskutiert.
„25 Jahre Zentrum für Konfliktforschung stehen für ein Vierteljahrhundert engagierter Forschung und Lehre zu den Bedingungen von Frieden und den Ursachen von Konflikten. Gerade angesichts der aktuellen Herausforderungen ist es wichtig, diesen wissenschaftlichen Austausch weiterzuführen und gemeinsam danach zu fragen, wie Frieden auch künftig gestaltet werden kann. Das sich hier Alumni, etablierte Forschende, Wissenschafter*innen in frühen Karrierephasen und Studierende intensiv austauschen können, freut mich besonders,“ sagt die Vizepräsidentin für Chancengleichheit, Prof. Dr. Sabine Pankuweit.
Wurzeln und Historie der Marburger Friedens- und Konfliktforschung
Die Wurzeln der Marburger Friedens- und Konfliktforschung reichen weit zurück: Bereits Mitte der 1990er Jahre führten Arbeiten interdisziplinärer Arbeitsgruppen zur Einrichtung des ersten deutschen Studienangebots für Friedens- und Konfliktforschung als Diplom- und Magisternebenfach. 2001 gründete die Philipps-Universität das Zentrum für Konfliktforschung als zentrale Einrichtung, um die Aktivitäten in Forschung und Lehre auf diesem Gebiet zu bündeln.
2004 folgte der Masterstudiengang Friedens- und Konfliktforschung, seit 2009 bietet das ZfK gemeinsam mit der University of Kent in Canterbury den Studiengang Peace and Conflict Studies an. Auch in die durch die EU geförderte Europäische Hochschulallianz EUPeace ist das Zentrum stark eingebunden.
Inhaltlich hat sich das Forschungsfeld über die Jahre erweitert: Neben der konstruktiven Bearbeitung von Konflikten stehen unter anderem Intergruppenkonflikte, die Aufarbeitung von Massengewalt, internationale Friedenskonsolidierung sowie konfliktbedingte Flucht und Migration im Fokus.
Zentrumstage sollen auch Zukunftsperspektiven bieten
Die Zentrumstage neben dem Rückblick und dem wissenschaftlichen Austausch auch Zukunftsperspektiven bieten. Und neben aktuellen Forschungsfragen steht auch die Vernetzung der Marburger Alumni im Mittelpunkt: Zahlreiche ehemalige Studierende des Masterstudiengangs Friedens- und Konfliktforschung kommen in Marburg zusammen und wollen Ideen für eine stärkere Einbindung der Alumni in die Arbeit des Zentrums entwickeln.
Zugleich bietet die Konferenz Raum für den Austausch zwischen etablierten Forschern, Nachwuchswissenschaftlern sowie Studierenden. „So wird das Jubiläum zum Ausgangspunkt für die Frage, welchen Beitrag Friedens- und Konfliktforschung angesichts einer zunehmend von Gewalt, Kriegen und geopolitischen Spannungen geprägten Welt künftig leisten kann“, erklärt der Geschäftsführer des Zentrums, Dr. Stéphane Voell.
Die drei Konferenztage schließen mit einer Podiumsdiskussion, Moderation: Prof. Dr. Susanne Buckley-Zistel, Direktorin des ZfK, zum Thema „The Future of Building Peace. Re-imagining Utopias in an Age of Crisis“. “Hier schauen wir nach vorn um zu überlegen, wie wir bereits in der Gegenwart Weichen für ein friedvoller Zukunft stellen können“, sagt Susanne Buckley-Zistel.

