Halbierung von Hochschulbauprogramm HEUREKA in Hessen schwächt Universitäten

Kompakt-langgezogener Neubau der Chemie in Marburg auf den Lahnbergen, Teil einer zurückliegenden HEUREKA-Finanzierungsphase. Sternbald-Archiv-Foto

05.09.2026 (pm/red) Die Konferenz Hessischer Universitäten (KHU) nehme mit Enttäuschung zur Kenntnis, dass das Hochschulbauprogramm HEUREKA III nicht wie vorgesehen im Zeitraum 2027 bis 2031 mit einem Volumen von 1,4 Mrd. Euro umgesetzt werden soll. wird von den Uni-Präsidenten moniert und verlautbart. Bis zum Jahr 2036 soll das Bauprogramm gestreckt werden.

Bei gleichbleibendem Gesamtvolumen bedeutet dies eine faktische Halbierung, angesichts der erwartbaren Kostensteigerungen eine noch darüberhinausgehende Kürzung der jährlich verfügbaren Mittel für dringend notwendige Sanierungs- und Erneuerungsvorhaben an den hessischen Universitäten.

Bereits im laufenden HEUREKA-Programm würden die Universitäten deutliche Verzögerungen erleben: Durch die Priorisierung von Maßnahmen durch die Landesregierung werden Vorhaben überwiegend nur noch dann freigegeben, wenn akute Gefahr für Leib und Leben droht.

„HEUREKA war für die hessischen Universitäten der letzte verbleibende Lichtblick, um wenigstens einen für national und international wettbewerbsfähige Wissenschaft angemessenen Gebäudegrundbestand einigermaßen zu erhalten – von einem hohen Sanierungsstau ganz abgesehen“, erklärt Prof. Dr. Thomas Nauss, Sprecher der KHU. „Eine verzögerte Sanierung führt zudem zu weiteren und vermeidbaren Unterhaltskostensteigerungen und notdürftigen Erhaltungsmaßnahmen zulasten unseres Grundbudgets, das im Hochschulpakt gerade abgesenkt wurde. Die universitäre Wissenschaft ist damit doppelt von diesen erneuten Sparmaßnahmen betroffen.“

Die hessischen Universitäten sind zentrale Treiberinnen von Forschung und Innovation. Das gilt in der Breite der Fachdisziplinen – von technologischen Disruptionen bis zu sozialen Innovationen – ebenso wie in den Schlüsseltechnologien der High-Tech-Agenda und deren strategischen Forschungsfeldern, von Raumfahrt über Sicherheitsforschung bis Gesundheitsforschung und Sozial- und Geisteswissenschaften. Mit der faktischen HEUREKA-Kürzung verschlechtert sich ihre Situation erneut und langfristig, so die Hochschuleitungen abschließend.