Retrospektive der Künstlergemeinschaft Werkstatt Radenhausen im Kunstmuseum Marburg

Die Künstlerin Antonia Mösko beim Aufbau ihrer Installation „Wörter“. Foto Imogen Grönninger

23.07.2026 (pm/red) Das Kunstmuseum der Philipps-Universität lädt ein zu einer großen Retrospektive mit Werken der Künstlergemeinschaft Werkstatt Radenhausen vom 31. Juli bis 18. Oktober. Was als lockere Runde in einer Marburger Kneipe begann, entwickelte sich zu einer der prägendsten Künstlergemeinschaften der Region: die WERKSTATT RADENHAUSEN.

Seit Mitte der 1990er-Jahre verbindet die Mitglieder Lies Kruschwitz, Antonia Mösko, Burgi Scheiblechner, Klaus Schlosser, Hans Schohl, Margarete Trümner, Gerda Waha und seit 2012 Ursula Eske nicht nur ihr künstlerisches Schaffen, sondern auch der lebendige Austausch und die gemeinsame Auseinandersetzung mit Kultur und Öffentlichkeit. Über lange Jahre gehörten auch die bereits verstorbenen Manfred Drechsel (†2009) und Liesel Haber (†2025) zur Gruppe.

25 Jahre lang war das Rittergut Radenhausen mit seinen Atelierräumen und der Druckwerkstatt das kreative Zuhause der Gruppe. Das Rittergut liegt am Fuße der Amöneburg. Hier entstanden jährlich Ausstellungen, die – oft verbunden mit einem Sommerfest – zu den Höhepunkten des kulturellen Lebens im Landkreis Marburg-Biedenkopf zählten. Die Dialogfähigkeit und das Engagement der WERKSTATT RADENHAUSEN wurden 2006 mit dem Otto-Ubbelohde-Preis gewürdigt.

Das Kunstmuseum Marburg bietet in einer umfassenden Retrospektive Einblicke auf die persönliche Entwicklung der Künstlerinnen und Künstler sowie auf die gemeinsame Arbeit der letzten Jahrzehnte. Dass der Dialog trotz aller Unterschiede möglich ist, zeigt sich auch in den Werken. Die Beschäftigung mit einer Thematik kann stilistisch und technisch verschieden verarbeitet werden. Bildhauerei, Malerei, Grafik und Installation – Holz trifft auf Stahl, Farbe auf Film, Statik auf Dynamik.

So beschreibt der Direktor des Kunstmuseums Dr. Christoph Otterbeck die Ausstellung mit folgenden Worten: „Ihre sehr unterschiedlichen, jeweils charakteristischen und eigenständigen Werke ergeben zusammen den Spiegel einer Generation, in dem eine sich verändernde Gesellschaft sichtbar wird.“ Wie die Künstlerinnen und Künstler sind die Werke miteinander in einem stetigen Gespräch und bieten dies auch den Besuchern an.

Trotz der Auflösung der Ateliers in Radenhausen 2025 bleibt die Gruppe aktiv: Parallel zur Museumsschau werden aktuelle Arbeiten im Kunstverein Marburg präsentiert.
Dr. Christoph Otterbeck, Direktor des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, sowie die Künstlerinnen und Künstler der WERKSTATT RADENHAUSEN laden ein zur

Eröffnung der Ausstellung
Donnerstag,  30. Juli – 18 Uhr
Kunstmuseum – Biegenstraße 11