Deutsches Tapetenmuseum in Kassel eröffnet erst nach der documenta 16

 

 

Ansicht Deutsches Tapetenmsueum am Brüder-Gripp-Platz. Visualisierung
Ansicht Deutsches Tapetenmsueum am Brüder-Grimm-Platz, links das Torwachengebäude, worin die Wohmung der Brüder-Grimm rekonstruiert wird. Visualisierung Harry Gugger Studio

12.05.2026 (pm/red) Die für Frühjahr 2027 angekündigte Eröffnung des Deutschen Tapetenmuseums in Kassel soll auf Herbst desselben Jahres verlegt werden und damit erst nach dem Ende der documenta 16 stattfinden. Das geben der Landesbestrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH) und Hessen Kassel Heritage bekannt und benennen vielfältige Gründe für die Verzögerung. Es seien Verzögerungen in mehreren Baugewerken zu verzeichnen, wird mitgeteilt. Auch die hohen Anforderungen an einen Museumsneubau würden zu Buche schlagen.

Das Projekt integriert ein neu errichtetes Gebäude in die wertvolle historische Bausubstanz der sogenannten Torwache am Brüder-Grimm-Platz in Kassel. Das mache das Vorhaben besonders anspruchsvoll. Das einzigartige Tapetenmuseum erhält mit seinem Neubau auch eine zeitgemäße Photovoltaikanlage. Das werde die Energiebilanz des Gebäudes positiv beeinflussen, wird mitgeteilt.

 „Dass die kostbaren historischen Objekte zukünftig in einem Museumsneubau präsentiert werden, ist eine große Wertschätzung des Landes Hessen für diese international einzigartige Sammlung. Längere Planungs- und Ausführungsphasen als bei einem herkömmlichen Neubau, sind daher nachvollziehbar.  Eine Eröffnung im documenta Jahr darf nicht im Schatten der Weltkunstschau stehen. Somit ist die Terminsetzung nach Ende der documenta 16 sehr wünschenswert“, kommentiert Dr. Martin Faass, Direktor Hessen Kassel Heritage.

Hohe Investition in einzigartige Sammlung

 Das Land Hessen investiert nach heutiger Planung rund 34,9 Millionen Euro in den Neubau für das Tapetenmuseum. Dabei haben die allgemeinen Entwicklungen am Bau- und Finanzierungsmarkt bereits seit Längerem zu einer deutlichen Erhöhung des Baupreisniveaus und einer Verteuerung der Finanzierung von Projektentwicklungen geführt.

Was ist das Deutsche Tapetenmuseum?

 Das Deutsche Tapetenmuseum wurde 1923 vom Verein Deutsches Tapetenmuseum in Kassel gegründet und ist seit 1993 in der Trägerschaft des Landes Hessen. Nachdem das Deutsche Tapetenmuseum an drei Standorten ansässig war – im Roten und Weißen Palais am Friedrichsplatz (1923–1943), im Weißensteinflügel von Schloss Wilhelmshöhe (1948–1974) und zuletzt im Hessischen Landesmuseum (1976–2008) – ist derzeit ein Museumsneubau nach Entwürfen des Baseler Büros Harry Gugger Studio am Brüder-Grimmplatz in Arbeit.

In der etwa 1.500 qm großen neuen Dauerausstellung können Besucher eine Zeitreise durch 600 Jahre Ausstattungsgeschichte erleben. Parallel zu den Arbeiten am Museumsneubau laufen die Vorbereitungen zur neuen Dauerausstellung wie etwa die umfangreichen Restaurierungen der Sammlung des Deutschen Tapetenmuseums sowie ergänzend von zeitgenössischem Mobiliar, Kunstgewerbe und historischer Kleidung.

In Verbindung mit dem Neubau für das Deutsche Tapetenmuseum erfährt der Brüdere-Grimm-Platz eine Neugestaltung. Es findens ich nahebei sich weitere Ausstellungshäuser, in unmittelbarer Nähe das Hessische Landesmuseum, die GRIMMWELT am Weinberg und benachbart dazu das bundesweit einzigartige Museum für Sepulkralkultur.

Der Neubau des Tapetenmuseums wurde 2017 von der damaligen Landesregierung initiiert. Er stellt eine sinnvolle Ergänzung der Umgestaltung des Quartiers rund um den von der Stadt Kassel derzeit erneuerten Brüder-Grimm-Platz dar – ein Scharnier zwischen der Wilhelmshöher Allee, die zum UNESCO-Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe führt, und der Kasseler Innenstadt.