
19.09.2026 (pm/red) Die Veranstaltungsreihe „Schlossbegegnungen“ lädt auch im Oktober dazu ein, Wissenschaft und Kultur im Landgrafenschloss aus unterschiedlichen Perspektiven zu erleben. Im Mittelpunkt steht das Thema „Renaissance(n)“, wozu das 500-jährige Jubiläum der Philipps-Universität, das am 14. Oktober eingeläutet wird, bietet einen schönen Anlass bietet, auf die Zeit ihrer Gründung, die Renaissance, zurückzublicken.
In der Geistesgeschichte tauchen immer wieder Phasen auf, in denen frühere Wissensbestände, Ideen oder Stile neu entdeckt und kreativ transformiert werden. So griff die seit dem 19. Jahrhundert so bezeichnete Epoche der Renaissance die antike Kunst, Philosophie und Wissenschaft auf und verband sie mit zeitgenössischem Denken und zeitgenössischen Ausdrucksformen. Später brachte der Neoklassizismus ebenfalls antike Formen in Architektur, Malerei und Literatur zurück, während die Romantik mittelalterliche Traditionen und Volkspoesie neu interpretierte. Historismus und Postmoderne zeigen, dass solche Transformationen keine Einzelfälle sind: Alte Formen werden zitiert, variiert oder kritisch hinterfragt.
Eine besondere Schlossführung mit dem Schwerpunkt Renaissance bietet Wilhelm Stehling am 10. Oktober an (Treffpunkt um 15 Uhr beim Schlossmodell an der Bushaltestelle Schloss). Mit ihm können Zeugnissen der Renaissance und dem Leben der Menschen dieser Epoche im Landgrafenschloss Marburg nachgespürt werden. Eintritt: Museumseintritt (8 EUR, erm. 5 EUR); Anmeldung: schlossbegegnungen@uni-marburg.de
Praktische Kunst der Renaissancetänze
Ein kurzweiliger Tanzworkshop unter der kundigen Anleitung von Fido Wagler von der Landesarbeitsgemeinschaft Tanz Hessen e. V. führt am 26. Oktober mit Beginn um 17 Uhr im Fürstensaal in die praktische Kunst der Renaissancetänze als Paar- und Gruppentänze ein und informiert über Wissenswertes aus dem thematischen Umfeld von Gesellschaft, Tanz, Musik und andere Künste in der Zeit der Renaissance. Mit authentischer Renaissancemusik, für Groß und Klein. Eintritt: Pay as you wish an der Abendkasse.
Prof. Dr. Peter Bell, Kunstgeschichte, lädt am 27. Oktober um 19 Uhr im Rahmen der Schlossfolgerungen zu einem Vortrag ein: „Das Studiolo – Dispositiv und Gelehrtenbild in der Renaissance“. Im Studiolo laufen Ideen der Renaissance wie auch der Renaissanceforschung in einem Raum zusammen. Es ist ein Ort des Wissens und des Gelehrten, aber auch ein Ort, um Gelehrtsein zu postulieren.
Es ist ein in der italienischen Frührenaissance architektonisch greifbarer Raum und auch – mit Gelehrtenstube/‘Gehäuse’ – ein gemalter Raum. Das Studiolo und seine Nutzenden, dessen gemalte Repräsentanten und die darin Dargestellten sowie die damit verbundenen Objekte wie Bücher, Schreibwerkzeuge
