
20.09.2026 (yb) Vor 50 besetzten Stühlen im Blauen Saal des Dorfmuseums Holzburg an diesem Septembersonntang begrüßte Heidrun Merk den Dokumentarfilmer Klaus Stern. Für den mit Grimmepreis ausgezeichneten Filmemacher, gebürtig in Wiera – inzwischen Stadtteil von Schwalmstadt, geriet dieser Besuch zugleich zu so etwas wie einem Heimspiel.
Sichtlich gut aufgelegt und in Begleitung seines Sohnes wußte Klaus Stern nicht alleine die Fragen spannend zu antworten. Er verband seine Ausführungen mit familiären Erinnerungen mit Blick auf Großeltern und weitere Vorfahren in längerer Ahnenreihe von Schwälmern. Dass er als im Dorf Aufwachsender Hand anzulegen hatte auf dem elterlichen Hof etwa bei der Rübenernte, machte seine Ausführungen authentisch, mitunter gewürzt mit verschmitzem Humor.

Dies veranlasste die aus tiefem Schwabenland vor einigen Jahren in Holzburg ansäsxsig gewordene Muesumsleiterin zur nur bedingt rhetorischen Frage, ob denn „die Schwälmer“ Humor gehabt hätten. Natürlich hatte niemand im Raum ein Exemplar von „Kreizschwerneng – Spass müss seng!“zur Hand. Doch könnte dies werden, vielleicht als eine Gabe für unter den Weihnachtsbaum für die engagierte Holzburger Museumsfrau.

Stern beantwortete viele Fragen, besonders zu seinem letzten in den ARD-Sendern vielfach ausgestrahlten Film Watching You – Die Welt von Palantir und Alex Karp. Ohne Belehrungen ging er darauf ein, dass dabei ein mächtiges Software-Tool geschaffen wurde und an Regierungen oder staatliche Stellen verkauft wird, welches im Stande ist mittels Analyse und Zusammenführung riesiger Datenflüsse Prognosen zu liefern, die fern jeglicher demokratischen Kontrolle und Einflussnahme Herrschaft von Mächtigen eskortiert und autoritäre Unterwerfung eröffnet.
Aus seiner Familie hatte der Gast aus Kassel ein Foto und Schwälmer Erbstücke mitgebracht, die nunmehr Platz im Museum oder dessen Magazin finden können.
