
11.05.2026 (pm/red) Wissenschaftsminister Timon Gremmels und die Leitungen der Philipps-Universität Marburg, der Justus-Liebig-Universität Gießen sowie der Technischen Hochschule Mittelhessen haben die Zielvereinbarungen der drei Hochschulen unterzeichnet. Die Ziele gelten für die Laufzeit des Hessischen Hochschulpaktes, also von 2026 bis 2031. Zielvereinbarungen werden mit allen 14 Hochschulen des Landes getroffen. Weitere Unterzeichnungen sollen in den kommenden Wochen stattfinden.
„Ich bin der Philipps-Universität Marburg, der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Technischen Hochschule Mittelhessen sehr dankbar für die konstruktiven Verhandlungen“, so Wissenschaftsminister Timon Gremmels bei der Unterzeichnung. „Sie nutzen die Handlungsmöglichkeiten, die der Hessische Hochschulpakt bietet, um gemeinsam mit uns ihre Zukunft zu gestalten. Auch im Rennen um den begehrten Titel ,Exzellenzuniversität‘ sind die drei Hochschulen damit hervorragend aufgestellt. In den aktuellen Zielvereinbarungen unterstreichen wir zudem die Bedeutung von Wissenschaft und Forschung als wichtigen Bestandteil einer funktionierenden demokratischen Öffentlichkeit – das zeigt sich zum Beispiel in der Verpflichtung zur Stärkung der Demokratiebildung oder in der Antisemitismusprävention.“
Die Philipps-Universität Marburg betont in ihren Zielvereinbarungen die Stärkung exzellenter interdisziplinärer Forschung. Gleichzeitig werden der Ausbau von Transfer und Gründungskultur, die Internationalisierung – etwa durch europäische Allianzen – und die Förderung von Chancengleichheit und Diversität vorangetrieben. Die Universität soll sich als attraktiver, moderner Arbeitsort mit nachhaltigen Karriereperspektiven weiterentwickeln, ihre digitale Transformation ausbauen und ihre Infrastruktur ökologisch und effizient gestalten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der nachhaltigen Sicherung der Universitätsmedizin.
Prof. Dr. Thomas Nauss, Präsident der Philipps-Universität Marburg: „Mit der Zielvereinbarung bauen wir auf unsere Stärken und Entwicklungspotenziale. Die Philipps-Universität Marburg steht für exzellente Forschung, engagierte Lehre, internationale Vernetzung und starken Transfer. Dass wir mit einem Verbundantrag im Wettbewerb um den Titel Exzellenzuniversität stehen, belegt unsere Leistungsfähigkeit und Innovationskraft. Auch unter herausfordernden finanziellen Bedingungen gilt: Wir schärfen unser Profil und entwickeln uns konsequent weiter. Seit fast 500 Jahren gestalten wir Wandel – und genau diese Stärke nutzen wir, um Zukunft aktiv zu formen.“
Die Justus-Liebig-Universität Gießen nimmt die Sicherung und den Ausbau international sichtbarer Spitzenforschung in den Fokus; vor allem in den etablierten Exzellenzclustern und strategischen Schwerpunktbereichen. Das Studienangebot wird auf Basis des deutschlandweit einzigartigen Fächerspektrums flexibel und zukunftsorientiert weiterentwickelt. Zugleich treibt die Universität die Weiterentwicklung ihrer breitgefächerten Transfer- und Gründungsaktivitäten voran. Flankiert werden die Ziele durch Investitionen in die digitale Transformation und die Stärkung von KI-Kompetenzen.
Prof. Dr. Katharina Lorenz, Präsidentin der Justus-Liebig-Universität Gießen: „Die Zielvereinbarung bietet uns den Rahmen, um unsere Stärken – exzellente Forschung und ein breites, gesellschaftlich hochrelevantes Studienangebot – konsequent auszubauen. Wir sind uns der schwierigen finanziellen Bedingungen bewusst, doch gerade deshalb setzen wir auf eine scharfe Profilierung und nutzen dafür unsere starke interdisziplinäre Vernetzung innerhalb und außerhalb der Universität. Die JLU setzt durch Exzellenz und Innovationskraft auch in herausfordernden Zeiten Maßstäbe – regional, national und international.“
Eine praxisnahe, flexible Lehre zur Sicherung des Fachkräftebedarfs, die Weiterentwicklung des Studienangebots sowie die Stärkung des Studienerfolgs sind wichtige Ziele der Technischen Hochschule Mittelhessen. Gleichzeitig stärkt die Hochschule ihre anwendungsorientierte Forschung, fördert den wissenschaftlichen Nachwuchs sowie die Gründungskultur und verstetigt Transferstrukturen, u.a. durch Kooperationen mit Wirtschaft und Region.
Prof. Dr. Matthias Willems, Präsident der Technischen Hochschule Mittelhessen. „Die Unterschrift bestätigt die von der THM eingeschlagene Strategie der Internationalisierung sowohl der Studienangebote wie auch der Forschung. Für die hessische Wirtschaft ist herausragend wissenschaftlich ausgebildetes Personal von entscheidender Bedeutung für die Zukunft. Diese Zielvereinbarung schafft den Rahmen, ein anwendungsorientiertes Lehr- und Forschungsumfeld auch in finanziell schwierigen Zeiten anbieten zu können.“
Über die Zielvereinbarungen
Während im Hessischen Hochschulpakt 2026-2031 vor allem übergreifende hochschulpolitische Ziele und die finanziellen Rahmenbedingungen festgesetzt wurden, widmen sich die Zielvereinbarungen der Profilbildung der jeweiligen Hochschule und basieren auf der spezifischen Entwicklungsplanung der Hochschulen. Die Unterzeichnung der Zielvereinbarungen mit den mittelhessischen Hochschulen fand am Rande einer Begutachtung an der Justus-Liebig-Universität Gießen für die Exzellenzstrategie statt. Gemeinsam mit der Philipps-Universität Marburg bewirbt sich die Universität im Verbund um den Titel „Exzellenzuniversität“ im bundesweiten Spitzenforschungswettbewerb. Die Technische Hochschule Mittelhessen ist assoziierter Partner.
