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Brisanter Film entlarvt politische Justiz: Klimaaktivistin Ella aus Dannenröder Wald seit 10 Monaten in Haft

28.09.2021 (pm/red) Falsche Polizeiaussagen und ein erschreckendes Gerichtsurteil zur Räumung des Dannenröder Waldes: Seit 10 Monaten sitzt die Klimaaktivistin „Ella“ deswegen in Untersuchungshaft. Mit einem Dokumentarfilm, der am 1. Oktober an vielen Orten im ganzen Land uraufgeführt wird, wollen Unterstützer/innen die Vorwürfe gegen die junge Frau widerlegen.

Im Juni hatte das Amtsgericht Alsfeld die bis heute nicht identifizierte Klimaaktivistin aus dem Dannenröder Wald zu zwei Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Film belege, dass und wie Beamte im Zeugenstand logen und wie die Staatsanwaltschaft ihre Klage auf Fälschungen aufbaute, wird dazu mitgeteilt.

Dafür stellten Aktivistinnen die Räumungssituation in einem Park in Wiesbaden nach, wie sie im November vergangenen Jahres abgelaufen ist. Sie werteten Dokumente und Videos aus, unter anderem Polizeiaufnahmen, die im Gerichtsprozess gezeigt, aber nicht beachtet wurden.

Die Beweise, dass Anklage, Haftgründe, das erstinstanzliche Urteil, die Aussagen der beteiligten SEK-Beamten und die gesamte Beschuldigungsstory unwahr sind, wirken erdrückend. „Der Film muss zur Freilassung von Ella führen – und zu umfangreichen Ermittlungen wegen Falschaussagen, Freiheitsberaubung, Rechtsbeugung und Verfolgung Unschuldiger“, heißt es aus dem Kreis der Menschen, die das Material für den Film zusammengetragen und die Filmentwürfe immer wieder beraten haben.
Für die Uraufführung dieses Films wählten die Unterstützerinnen den 1. Oktober, da sich an diesem Freitag der Beginn der Räumung und Rodung auf der besetzten A49-Trasse jährt.

Es wird Aufführungen bundesweit in vielen (Kino)Sälen und draußen – zurzeit schon mit über 40 angemeldeten Veranstaltungsorten. OpenAir soll unter anderem eine Vorführung um 18 Uhr an der JVA Frankfurt-Preungesheim stattfinden, wo Ella gefangengehalten wird. Am Dannenröder Wald gilt 19 Uhr und um 20 Uhr vor dem Landgericht Gießen, wo die Berufungsverhandlung stattfinden soll.

Die Dokumentation beginnt mit Passagen über die politische Einordnung (Protest gegen A49, Form der Auseinandersetzung/Räumung, Ziele repressiver Einschüchterung). Dann folgen anhand von Ausschnitten der öffentlichen Nachstellung und den Originalvideos sehr präzise Nachweise, dass die Darstellungen der Anklage falsch waren. „Die Lügen und das Urteil hatten das Ziel, andere Menschen von ähnlichen Aktionen abzuschrecken“, kritisiert einer der Filmautoren. Darum sei es wichtig, den Fälschungen entgegenzutreten und der „rechtswidrigen Inhaftierung“ ein Ende zu bereiten.

Der Film endet mit dem Aufruf, Ella sofort freizulassen und den Skandal aufzuklären.

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