08.08.2026 (pm/red) Prof. Dr. Esther Möller von der Philipps-Universität als Expertin für die Geschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas hat eine Heisenberg-Professur gewonnen. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Professur ist am Fachbereich Geschichte und Kulturwissenschaften sowie am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien angesiedelt.
Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht das Heisenberg-Projekt „Fluchtpunkt arabische Welt. Der Nahe Osten und Nordafrika als Ort der Ankunft und des Transits im 20. Jahrhundert“. Darin richtet Möller den Blick auf die MENA-Region (Middle East and North Africa) als Zufluchtsort und Transitregion für Menschen aus Europa, aus der Region selbst und aus dem subsaharischen Afrika und eröffnet damit neue Perspektiven auf Flucht- und Migrationsgeschichte.
Heisenberg-Professur für neue Perspektiven auf Flucht- und Migrationsgeschichte
Im Zentrum des Projekts stehen Ägypten, Algerien, Tunesien und Marokko. Möller untersucht unter anderem die Flucht deutschsprachiger Menschen während des Zweiten Weltkriegs in die Region und fragt danach, welche Rolle die Gesellschaften des Nahen Ostens und Nordafrikas als aktive Gestalter politischer, sozialer und kultureller Entwicklungen spielten.
Das Forschungsvorhaben knüpft an ihre Habilitation zur Geschichte humanitärer Hilfe in der arabischen Welt an. In ihrer Forschung zum Ägyptischen Roten Halbmond konnte sie zeigen, welche zentrale Bedeutung humanitäre Hilfe für die Entwicklung Ägyptens zwischen Kolonialismus und Postkolonialismus hatte. Die Ergebnisse erscheinen Anfang 2027 in einer Monografie bei Cambridge University Press.
