
01.07.2026 (pm/red) Computer-Hardware ist teuer geworden – nicht nur für KI. Grafikkarten, Arbeitsspeicher, SSDs – überall haben die Preise im letzten halben Jahr kräftig angezogen. Dr. Frank Michler (Inhouse-AI) hat gerade einen Übersichtsartikel zu Hardwarekosten für lokale KI-Systeme überarbeitet und musste deutliche Preisanstiege feststellen. Ein Beispiel-System mit der für KI-Anwendungen beliebten NVIDIA-Grafikkarte RTX 5090 ist um 54 Prozent teurer geworden: von 4600 € im Oktober 2025 auf 7100 € im Juni 2026, so eine Übersicht.
US-Firmen kaufen den Markt leer für gigantische Rechenzentren
Woran liegt das? Ein Hauptgrund sind die gigantischen KI-Rechenzentren, die gerade in den USA gebaut und geplant werden. Dafür werden Unmengenan Grafikkarten (GPUs) als auch Arbeitsspeicher (RAM) gebraucht. Und auch für die GPUs ist Arbeitsspeicher mit hohen Übertragungsraten (High Bandwith Memory, HBM) eine der wichtigsten Komponenten. Dafür gibt es nur wenige Hersteller und begrenzte Kapazitäten, aber aufgrund des KI-Booms eine massiv gestiegene Nachfrage.
Die amerikanischen Tech-Firmen kaufen den Speichermarkt Markt leer, um im KI-Wettrennen vorn zu bleiben. Und das bekommen auch wir in Europa auch ohne KI-Pläne zu spüren, wenn wir ganz normale Computer-Hardware anschaffen wollen.
Datenhoheit ist unbezahlbar
Manche fragen sich nun, ob sich lokale KI angesichts dieser Preisanstiege lohnt. Doch sobald sensible Daten von Kunden oder Mitarbeitern im Spiel sind, ist es ohnehin keine Option, solche Informationen über die Chatbots an amerikanische oder chinesiche Server zu schicken. Aufgrund der Europäischen Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) wäre das auch ohne Einverständnis der Betroffenen gar nicht zulässig.
Um dennoch dröge Arbeitsabläufe mit KI automatisieren zu können, ist der KI-Server im eigenen Büro oder im Serverraum die Lösung. Dabei bleiben die Daten komplett im eigenen Hoheitsbereich.
Der Beitrag von Dr. Frank Michler (Inhouse-AI) über die Hardwarekosten zeigt, dass trotz der Kostensteigerungen der Einstieg in lokale KI-Anwendungen für mittständische Firmen noch erschwinglich ist. Ein günstiges Low Budget System kann man sich bei verschiedenen Hardware-Lieferanten für unter 2.000 € zusammenstellen.
Dank frei verfügbarer Software (Open Source) und freien KI-Modellen (Open Weights) wird es somit möglich, auch vertrauliche Daten auf dem eigenen KI-Server zu verarbeiten. Der Vorteil, dafür keine Daten preisgeben zu müssen ist unbezahlbar.
