Klaus Stern berichtet fesselnd vor fasziniertem Publikum in Holzburg

Dass neben anregenden Gedanken und Wortbeiträgen leckere Kulinaritäten zum bildsamen Zusammensein gehören, veranschaulichte das kleine Buffet in Holzburg. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

20.09.2026 (yb) Vor 50 besetzten Stühlen im Blauen Saal des Dorfmuseums Holzburg an diesem Septembersonntang begrüßte Heidrun Merk den Dokumentarfilmer Klaus Stern. Für den mit Grimmepreis ausgezeichneten Filmemacher, gebürtig in Wiera – inzwischen Stadtteil von Schwalmstadt,  geriet dieser Besuch zugleich zu so etwas wie einem Heimspiel.

Ein interessanter prominenter Gast sorgte für eine gut besuchte Veranstaltung des Dorfmuseums am 13. September. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Sichtlich gut aufgelegt und in Begleitung seines Sohnes wußte Klaus Stern nicht alleine die Fragen spannend zu antworten. Er verband seine Ausführungen mit familiären Erinnerungen mit Blick auf Großeltern und weitere Vorfahren in längerer Ahnenreihe von Schwälmern. Dass er als im Dorf Aufwachsender Hand anzulegen hatte auf dem elterlichen Hof etwa bei der Rübenernte, machte seine Ausführungen authentisch, mitunter gewürzt mit verschmitzem Humor.

Aus 30 Jahren Arbeiten und Wirken als Filmemacher berichtete Klaus Stern anschaulich und tiefgründig im Holzburger Dorfmuseum. Sternbald-Fotografien Hartwig Bambey

Dies veranlasste die aus tiefem Schwabenland vor einigen Jahren in Holzburg ansässig gewordene Muesumsleiterin zur nur bedingt rhetorischen Frage, ob denn „die Schwälmer“ Humor gehabt hätten. Natürlich hatte niemand im Raum ein Exemplar von „Kreizschwerneng – Spass müss seng!“zur Hand. Doch könnte dies werden, vielleicht als erhellende Gabe unter den Weihnachtsbaum für die engagierte Holzburger Museumsfrau.

Ein interessiertes Publikum war in Holzburg zum Talk mit Klaus Stern zusammen gekommen und erlebte dankbar einen anschaulich berichtenden Dokumentarfilmer.

Stern beantwortete viele Fragen, besonders zu seinem letzten in den ARD-Sendern vielfach ausgestrahlten Film Watching You – Die Welt von Palantir und Alex Karp. Ohne Belehrungen ging er darauf ein, dass dabei ein mächtiges Software-Tool geschaffen wurde und an Regierungen oder staatliche Stellen verkauft wird, welches im Stande ist mittels Analyse und Zusammenführung riesiger Datenflüsse Prognosen zu liefern, die – fern jeglicher demokratischer Kontrolle und Einflussnahme – Herrschaft von Mächtigen eskortiert und autoritäre Unterwerfungen eröffnet.

Aus seiner Familie hatte der Gast aus Kassel ein Foto und Schwälmer Erbstücke mitgebracht, die geradezu einen Platz im Museum oder dessen Magazin hätten finden können. {Korr.261031-yb}