
29.03.2026 (pm/red) Die Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Julia Schulte-Cloos von der Philipps-Universität Marburg wurde mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ausgezeichnet, der mit einem Preisgeld von 200.000 Euro verbunden ist. Gewürdigt werde ihre herausragende Forschung zur Stabilität und Resilienz moderner Demokratien, in der sie mithilfe neuartiger digitaler Datensätze und Studiendesigns zeigt, wie sich politische Identitäten und das Wahlverhalten angesichts aktueller Krisen in Europa verändern, wird mitgeteilt.
Neue Dynamiken politischer Polarisierung
Im Zentrum der Forschung von Schulte-Cloos steht der tiefgreifende Wandel politischer Konflikte und deren Auswirkungen auf die demokratische Stabilität moderner Gesellschaften. Sie untersucht, wie sich politische Identitäten formieren und warum antidemokratische Akteure sowie populistische Bewegungen zunehmend an Boden gewinnen. Dabei verbindet sie klassische politikwissenschaftliche Fragestellungen mit neuartigen Methoden der Computational Social Science.
Durch innovative Studiendesigns und die KI-gestützte Analyse digitaler Verhaltensdaten macht sie Dynamiken von politischer Unzufriedenheit und Radikalisierung messbar. Ihre Arbeit liefere damit entscheidende Erkenntnisse über die Resilienz demokratischer Institutionen und deren Fähigkeit, wachsende gesellschaftliche Polarisierung im digitalen Zeitalter aufzufangen.
Politische Partizipation und Polarisierung
Die Auszeichnung unterstreicht die Bedeutung datengetriebener sozialwissenschaftlicher Forschung für das Verständnis aktueller demokratischer Herausforderungen. Die Arbeiten von Schulte-Cloos liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wie politische Partizipation, Polarisierung und der Erfolg antidemokratischer Akteure in digitalen Gesellschaften entstehen. Sie schaffen damit eine wissenschaftliche Grundlage für den Umgang mit zentralen Zukunftsfragen demokratischer Systeme in Europa.
