
23.06.2026 (pm/red) Der Landkreis Marburg-Biedenkopf will bei der Klimaanpassung weiter auf die Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden setzen. Im Zusammenwirken mit zehn Kommunen gehe es nach der Erstellung der jeweiligen, individuellen Klimaanpassungs-Konzepte um die konkrete Umsetzung der darin identifizierten Maßnahmen, wird informiert. Mit dem Kreis machen die Kommunen Amöneburg, Bad Endbach, Cölbe, Fronhausen, Lahntal, Kirchhain, Neustadt, Rauschenberg, Wetter und Wohratal mit.
Insgesamt 97 Maßnahmen aus den kommunalen Konzepten sowie die 25 Maßnahmen des Landkreises sollen nun in die Umsetzung gehen. Dazu wurde wie schon bei der Erstellung der Konzepte eine Folge-Förderung des Bundesumweltministeriums zur Finanzierung der drei Personalstellen beantragt. Mit der Zusage der Förderung steht fest, dass diese interkommunale Zusammenarbeit bis April 2029 fortgesetzt werden kann. Die Mitarbeiter sollen die Umsetzung der Maßnahmen koordinieren und begleiten – sie sind beim Landkreis Teil des Klimaschutz-Teams.
Zuvor hatte der Landkreis in Zusammenarbeit mit 15 Kommunen die Erstellung von Klimaanpassungskonzepten für jede Kommune erfolgreich abgeschlossen. Erarbeitet wurden dabei ein Konzept für den Landkreis sowie 14 eigenständige Konzepte für die beteiligten Kommunen. Zehn Kommunen wollen die erarbeiteten Konzepte nun gemeinsam mit dem Kreis in die Umsetzung bringen.
„Diese Leistung ist das Ergebnis einer engen und koordinierten Zusammenarbeit, von der sowohl die Kommunen als auch der Landkreis maßgeblich profitieren. Die gemeinsame Erstellung dieser Vielzahl an Klimaanpassungs-Konzepten in kurzer Zeit zeigt, wie wirkungsvoll interkommunale Zusammenarbeit sein kann“, betont Landrat Jens Womelsdorf.
Die Phase der Erstellung der Konzepte hatte das Bundesumweltministerium ebenfalls durch die Finanzierung von drei Personalstellen gefördert. Das brachte für die Kommunen erhebliche Vorteile, erklärt Kirchhains Bürgermeister Olaf Hausmann: „Die administrative Unterstützung durch den Landkreis hilft uns Kommunen, sich stärker auf die tatsächliche Umsetzungsarbeit zu konzentrieren“. Durch die Bündelung von Ressourcen und Fachwissen mussten die Kommunen die komplexe Konzeptentwicklung nicht jeweils eigenständig machen.
Für Olaf Hausmann, der bereits im Bereich Klimaschutz im erfolgreichen Kooperationsprojekt „Klima-handeln Ostkreis“ mit den Kommunen Kirchhain, Amöneburg, Neustadt, Rauschenberg und Wohratal sehr gute Erfahrungen gemacht hat, ist die Fortführung eine gute Nachricht.
Hintergrund: Unterschied zwischen Klimaschutz und Klimaanpassung
Klimaschutz bekämpft die Ursachen des Klimawandels, indem Treibhausgasemissionen reduziert werden, um die Erderwärmung zu stoppen. Klimaanpassung reagiert hingegen auf bereits unvermeidbare Klimafolgen, um Schäden durch extreme Wetterereignisse wie Hitze, Dürre oder Starkregen zu minimieren.
Info online zu den einzelnen Maßnahmen in den Konzepten
Mehr Informationen zu den konkreten Maßnahmen in den jeweiligen Klimaanpassungs-Konzepten gibt es auf der Webseite des Kreises.
