Hessischer Verlagspreis 2026 geht an Frankfurter Verlagsanstalt und Büchergilde Gutenberg 

15.05.2026 (pm/red) Kunst und- Kulturminister Timon Gremmels hat die Juryentscheidung für den Hessischen Verlagspreis 2026 bekanntgegeben: Der mit 20.000 Euro dotierte Hauptpreis geht an die Frankfurter Verlagsanstalt. Den Sonderpreis in Höhe von 7.000 Euro bekommt die Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft, ebenfalls mit Sitz in Frankfurt. Auf der Shortlist stehen zudem die Edition W aus Neu-Isenburg, der Verlag Brandes & Apsel aus Frankfurt sowie der Büchner-Verlag aus Marburg. Das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur vergibt den Hessische Verlagspreis seit 2018 mit dem Landesverband Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland e.V. im Börsenverein des Deutschen Buchhandels.

„Unabhängige Verlage sind unverzichtbar für unsere Demokratie und unsere kulturelle Vielfalt. Sie schaffen Räume für Debatten, eröffnen neue Perspektiven und geben Stimmen Gehör, die unsere Gesellschaft bereichern und herausfordern. Diese wichtige Rolle ehren wir mit dem Hessischen Verlagspreis“, so Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels: „Die Frankfurter Verlagsanstalt überzeugt mit literarischer Qualität, großer verlegerischer Sorgfalt und einem besonderen Gespür für starke Stimmen der Gegenwartsliteratur. Die Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft zeigt, wie ein unabhängiges und mitgliedergetragenes Verlagsmodell Buchkultur nachhaltig stärken kann. Beide Verlage stehen beispielhaft für die kreative Kraft und die kulturelle Bedeutung der hessischen Verlagslandschaft. Ich gratuliere den Gewinnern herzlich zum Hessischen Verlagspreis sowie den drei Verlagen aus Neu-Isenburg, Frankfurt und Marburg zur Shortlist-Platzierung.“

Die Frankfurter Verlagsanstalt steht seit vielen Jahren für literarisch anspruchsvolle Gegenwartsliteratur und hat sich mit einem sorgfältig kuratierten Programm weit über Hessen hinaus einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die Jury hat insbesondere überzeugt, mit welchem Engagement und welcher verlegerischen Klarheit Joachim Unseld den Verlag in den vergangenen Jahren erfolgreich neu positioniert und zu neuer Sichtbarkeit geführt hat. Hervorzuheben sind dabei insbesondere die sorgfältig gestalteten Taschenbucheditionen sowie die kontinuierlich hohe literarische Qualität des Gesamtprogramms, mit der die Frankfurter Verlagsanstalt einen wichtigen Beitrag zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur leistet

Die Büchergilde Gutenberg Verlagsgenossenschaft wird für ihre herausragende verlegerische Gestaltungskultur und ihr besonderes genossenschaftliches Modell ausgezeichnet. Mit großer Sorgfalt produzierte Bücher, hochwertige Materialien, außergewöhnliche Illustrationen und eine besondere haptische Qualität machen die Editionen der Büchergilde zu Gesamtkunstwerken, die sich deutlich vom üblichen Buchmarkt abheben. Die Jury lobt, wie die Genossenschaft unter Leitung von Alexander Elspas mit ihrem mitgliedergetragenen Modell eine nachhaltige und unabhängige Form des Literaturvertriebs etabliert hat. Durch die enge Bindung ihrer Mitglieder gelingt es der Büchergilde, anspruchsvolle Buchgestaltung und verlegerische Qualität langfristig zu sichern und damit einen wichtigen Beitrag zur Vielfalt der deutschen Verlagslandschaft zu leisten.

Der Hessische Verlagspreis

Der Verlagspreis ist Teil einer Initiative zur Verlagsförderung des Landes Hessen und des Landesverbandes Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels e.V. Er würdigt die kulturelle Vielfalt der Verlage in Hessen, unterstützt und erhält sie. Außerdem sollen mit ihm die Verbreitung und der Vertrieb von Büchern gefördert und die komplexe und herausfordernde Verlagsarbeit in einer anspruchsvollen Phase sämtlicher Digitalisierungsaktivitäten in den Mittelpunkt gestellt werden. Bewerben können sich alle unabhängigen Verlage mit Firmensitz in Hessen, deren jährlicher Umsatz unter zwei Millionen Euro liegt.