Landkreis und Kommunen im Schulterschluss gegen die Finanznot

Kommunaler Schulterschluss gegen den drohenden Finanz-Kollaps: Gemeinsam mit Landrat Jens Womelsdorf fordern Bürgermeister im Landkreis Marburg-Biedenkopf von Bund und Land entschlossenes Handeln, um wirksame Maßnahmen gegen die kommunale Finanzkrise zu ergreifen. Foto:Georg Kronenberg

25.06.2026 (pm/red) Die Finanzkrise der deutschen Landkreise, Städte und Gemeinden erreicht einen historischen Höhepunkt. Bundesweit beteiligen sich in dieser Woche Gemeinden, Städte und Landkreise an der Aktion „Kommunen am Limit“ – so auch im Landkreis Marburg-Biedenkopf. Am Mittwoch trafen sich Bürgermeister mit Landrat Jens Womelsdorf, um am Landratsamt auf den drohenden kommunalen Finanz-Kollaps hinzuweisen.

Sie fordern von Bund und Land entschlossen zu handeln und wirksame Maßnahmen gegen die kommunale Finanzkrise zu ergreifen. 

„Landkreise sowie Städte und Gemeinden stecken in einer Finanzkrise, haben sie aber nicht selbst verursacht. Sie haben immer mehr gesetzliche Pflichtaufgaben, die auch immer teurer werden. Das Problem: Bund und Länder legen die Aufgaben fest, sorgen aber nicht dauerhaft für ausreichende Finanzierung. Das Ergebnis: Das allermeiste Geld, das die Kommunen zur Verfügung haben, müssen sie für diese Pflichtaufgaben ausgeben. Für die so genannten freiwilligen Aufgaben, aber auch den laufenden Verwaltungsbetrieb ist immer weniger Geld da“, erklärte der Landrat.

Für die Bürger werde die kommunale Finanzkrise mehr und mehr  deutlich spürbar – und sie betreffe viele kommunale Aufgaben und Angebote – sei es die Instandhaltung von Schulen, Bibliotheken und Schwimmbädern, den Erhalt von Kultur und Sportangeboten, die Pflege und Instandhaltung von Straßen, Wegen und Grünflächen, den ÖPNV oder viele soziale Angebote, unterstrich Landrat Jens Womelsdorf.

Die Kommunen – Landkreise sowie Städte und Gemeinden – würden mehr als ein Viertel der staatlichen Ausgaben leisten, erhalten aber nur ein Siebtel der staatlichen Einnahmen. Etwa bei den Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Sport- oder Kulturförderung. Das, was als freiwillige Leistungen der Kommunen bezeichnet werde, sei verfassungsrechtliche Verpflichtung.