
15.08.2026 (pm/red) In Marburg geht das Ringen um eine Rathauskoalition weiter, im Brennpunkt dabei ein Haushaltsdefizit von 53 Millionen Euro. Zuletzt hatte Die Linke einer möglichen Koalition eine Absage erteilt, womit die anderen Parteien erneute Überlegungen anstellen und Gespräche führen.
Die Bildung einer Koalition werde aufgrund von Differenzen in der Haushaltsfrage nicht weiter verfolgt, lautete die Nachricht von Die Linke. Doch befinde man sich aktuell und weiterhin in Sondierungsgesprächen, teilte dazu Kreisvorsitzender Alexander Kuhne mit.
„Die Linke befindet sich aktuell und weiterhin in Sondierungsgesprächen mit Bündnis90/Die Grünen, SPD, Volt und Klimaliste mit dem Ziel Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit für einen neuerlichen sozialökologischen Aufbruch auszuloten. Behauptungen, nach denen Die Linke jede Zusammenarbeit aufgekündigt hätte, müssen ebenso als Unwahrheit zurückgewiesen werden, wie die Verbreitung einer vertraulichen Email als grobes Foulspiel bezeichnet werden muss.“
Ein Konsolidierungsbedarf werde anerkannt, doch damit zu verbinden sei das Erfordernis die Bereiche Soziales, Bildung und Kultur zu schützen und Kürzungen dort zu vermeiden. Es bleibe Haltung der Linken, die Einnahmeseite energisch in den Blick zu nehmen, und u.a. über die Erhöhung des Gewerbesteuerhebesatzes den Druck auf den Haushalt abzumildern.
Im Stadtparlament soll ein schärferer Kürzungskurs verhindert werden, wie er mit einer CDU-Regierungsbeteiligung zu befürchten wäre. Daher habe die Fraktion Die Linke den Parteien Bündnis90/Die Grünen, SPD, Klimaliste und Volt angeboten, Gespräche über andere Formen der Kooperation zu führen, die einen stabilen Haushalt ermöglichen. Es scheine jedoch als würden einflussreiche Kräfte in der Stadt dieses Ansinnen mit aller Kraft verhindern wollen.
Für den Fall, dass Gespräche über eine Zusammenarbeit scheitern sollten, stünde Die Linke bereit einen drohenden scharfen Kürzungskurs gemeinsam mit vielen Partnern in der Stadtgesellschaft in und außerhalb des Parlaments entschlossen entgegenzutreten, so ein abschließender Hinweis.