Vor der GRIMMWELT Kassel erwartet das Brüder-Grimm-Denkmal

Das Brüder-Grimm-Denkmal an seinem neuen Aufstellort vor der GRIMMWELT Kassel nahe zum Eingangsbereich des Museums am Weinberg findet bei den Besuchern und bei den Passanten an der Straße gute Wahrnehmung und viel Beachtung. Sternbald-Fotos Hartwig Bambey
26.01.2026 (pm/red) Das im Jahr 1985 zum 200. Geburtstag von Jacob Grimm, dem älteren der beiden Brüder, geschaffene und gestiftete Denkmal für Jacob und Wilhelm Grimm in Kassel musste von dem bisherigen Standort am „Brüder-Grimm-Platz“ weichen. Dieses besondere Kasseler Brüder-Grimm-Denkmal finden Einheimische und Besucher seit Ende Dezember vor der straßenseitigen Fassade der GRIMMWELT auf dem Weinberg.
In 1985 wurde das eher zierliche Denkmal von Erika Maria Wiegand für die Aufstellung am Brüder-Grimm-Platz geschaffen. Mit 1,60 Meter Höhe in Bronze gegossen – damit in seiner Dimensionierung durchaus bescheiden anmutend – wurde das Denkmal der berühmten Sprachforscher und „Märchenbrüder“ Jacob und Wilhelm Grimm im Dezember 2025 nach Beratungen und Abstimmungen weggeschafft.

Jacob und Wilhelm Grimm – Bronze-Skulptur von Erika Maria Wiegand
Naheliegend, mit rund 1.000 Schritten nicht alleine räumlich, wurde die Dislozierung auf den Weinberg – ohne dortigen Konflikt – der inzwischen weltweit berühmten GRIMMWELT „vorgestellt“. In deren Eingangsbereich als neuem Standort sieht Oberbürgermeister Sven Schoeller, seit Juli 2023 zugleich Kulturdezernent der documenta Stadt Kassel, eine gelungene Standortveränderung verwirklicht.
Eine markante Korrespondenz von Ruhm der beiden „Grimms“ und der internationalen Anziehungskraft der GRIMMWELT ist mehr als nur augenfällig.
Eine ganz andere Geschichte freilich ist die Veranlassung dieser Kasseler Kunst- und Denkmal-Umsetzung. Denn das Denkmal sollte, besser musste weg vom Brüder-Grimm-Platz, wegen der dort im Bau befindlichen rabiaten – und wie viele meinen übergriffigen – Umgestaltung des Platzes.
Der Brüder-Grimm-Platz war seit urdenklichen Zeiten die Gelenkstelle zwischen „Oberer Königsstraße“ von der Innenstadt zur „Wilhelmshöher Allee“ als rund fünf Kilometer imponierend lange Allee – eines der Markenzeichen der vormaligen Residenzstadt und Kunstmetropole in Nordhessen – zugleich eine einmalige Sichtachse zum und vom UNESCO Weltkulturerbe Bergpark Wilhelmshöhe.
Dieser wird bekanntlich überragt von Kassels Wahrzeichen, der gewaltigen aus Kupferblechen geformten sich auf einer Pyramide 8,30 Meter gen Himmel reckenden Herkules-Figur, darunter das Oktogon als imposantes Riesenschloss.
Eine Tafel mit den entsprechenden Daten werde im Nachgang noch am Sockel montiert, wurde lakonisch aus dem Rathaus mitgeteilt. Ohne (informierende) Worte wird es wahrhaftig nicht gehen. Mithin gibt es erst noch unabdingbare Nacharbeiten und Ergänzungen zu leisten.
Der in Kassel nächtens erneut als dichtes Winterkleid herunter gekommene Schnee wirkt dabei nicht gerade als Beschleuniger des vielerorts umgehenden Stadtumbaues. Inzwischen ist am Brüder-Grimm-Platz das imposante Bauwerk für das Deutsche Tapetenmuseum von Hessen Kassel Heritage äußerlich vollendet. Nach dem Winterwetter sollen flugs die Arbeiten zur künftigen Platzgestaltung weiter gehen.
Das freilich ist dann eine weitere und andere Geschichte.


