Hanns Eislers Deutsche Symphonie als szenische Erstaufführung in Kassel

Hanns Eisler, Foto C. M. Stieglitz

19.05.2026 (pm/red) Am Staatstheater Kassel kommt am 30. Mai Hanns Eislers legendäre Deutsche Symphonie erstmals szenisch zur Aufführung. Die Inszenierung von Paul-Georg Dittrich vergegenwärtigt mit poetischen, berührenden Bildern sowohl den künstlerisch-politischen Weg Eislers als auch den historischen Hintergrund – immer angebunden an die Gegenwart. Eingebettet ist die Premiere in ein Festival, das sich dem Musiktheater im Präfaschismus widmet.

Hanns Eisler, der sich immer zugleich als Künstler und politischer Aktivist verstand, schuf mit seiner Deutschen Symphonie ein vokalsinfonisches Großwerk der antifaschistischen Emigration zwischen Oratorium und politischem Lied. In einem In einem über zwei Jahrzehnte währenden Kompositionsprozess (1935–1959) reagierte Eisler mit diesem Werk auf die deutsche Zeitgeschichte. Als politisches Bekenntnis gegen den rechten Terror zeichnet seine kompromisslose Komposition ein eindrückliches Bild von der Endzeit der Weimarer Republik über das Erstarken rechter Tendenzen hin zur Nachkriegszeit und der Teilung Deutschlands – immer mit Blick auf den möglichen Widerstand, der auch heute bitter nötig ist.

Öffentliche Probe Dienstag 26. Mai, 19 Uhr –  Premiere Samstag, 30. Mai – 19 Uhr im INTERIM

Im INTERIM auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne, wo junge Männer aus Kassel und Umgebung gemustert wurden und 1947 ein Lager für Displaced Persons entstand, wird das monumentale Werk jetzt so sinnlich wie berührend in Szene gesetzt. Regisseur Paul Georg Dittrich, der in Kassel bereits „La muette de Portici“ und „Don Giovanni“ inszeniert hat, beschwört zusammen mit Dirigent Kiril Stankow die Geister der Vergangenheit als warnende Stimmen der Gegenwart.

Gelegenheit für erste Einblicke in die Inszenierung bietet für nur 8,50 Euro Eintritt ein Sneak In – eine öffentliche Bühnen-Orchesterprobe – am Dienstag, 26. Mai, um 19 Uhr im INTERIM.

Die Premiere am 30. Mai ist eingebettet in das Festival „Deutschland, Deutschland unter anderem“, mit dem die Musiktheatersparte vom 29. bis 31. Mai das nationale Kulturerbe kritisch durchleuchtet. Informationen zum Festivalprogramm 

Karten für die „Deutsche Symphonie“ und das Festival sind online erhältlich und  an der Theaterkasse, (0561) 1094-222,