Veranstaltungsreihe Schlossbegegnungen im Juni

Das Landgrafenschloss über den Dächern Marburgs wird zum Ort der Begegnung und des lebendigen Austauschs. Foto Markus Farnung

31.05.2026 (pm/red) Die Veranstaltungsreihe „Sch,ossbegegnungen“ der Philipps-Universität  beleuchtet im Juni das Phänomen Mitschwingen im konkreten wie übertragenen Sinn. Die Veranstaltungen erkunden Resonanzen in Physik, Musik und Gesellschaft; sie laden dazu ein, hinzuhören, wird angekündigt: Wo geraten wir ins Mitschwingen? Was verstärken wir – und was bringen wir selbst zum Klingen?

Bei einer Podiumsdiskussion im Fürstensaal am Dienstag, 2. Juni, geht es im neuen Format „Entschlossen für Demokratie – Wo Geschichte auf Zukunft trifft“ um die Resonanz in unserer Gesellschaft. Nach einem Input-Vortrag der Politikwissenschaftlerin Prof. Dr. Isabelle Borucki, zu deren Schwerpunkten Parteienforschung und politische Kommunikation gehören, diskutieren Mitglieder der DFG-Forschungsgruppe „Kontroverse Diskurse“ über die Schnittstelle Sprache und Politik und deren Entwicklung in der deutschen Sprachgeschichte als Diskursgeschichte seit 1990.

Um Resonanzen aus dem Pflanzenreich – ein bisschen wie im Film „Silent Friend“ – geht es beim Workshop des Düsseldorfer Komponisten Christian Banasik: Natur, Technologie und Kunst werden kreativ miteinander verbunden. Ein einleitender Kurzvortrag gewährt Einblicke in die Geschichte dieser Kompositionstechnik und beleuchtet kulturelle sowie technologische Voraussetzungen. Eigene Topfpflanzen können mitgebracht werden – diese verwandeln die Teilnehmer mithilfe spezieller Interfaces, einer Digital Audio Workstation und virtuellen Synthesizern in kleine Klanglandschaften. Der Workshop „Resonances of Leaves“ findet am 7. Juni, 18 Uhr, im Format „Resonanzräume – Besondere Orte, besondere Klänge“ statt. Eintritt: Pay what you want.

Speziell um Resonanzen von Saiten geht es beim 1. Musikfestival im Landgrafenschloss: „Saiten und Sphären“ heißt das dreitägige Event vom 12. bis 14. Juni mit drei Konzerten und Rahmenprogramm, von den Marburger Schlosskonzerten organisiert.

Der Musikwissenschaftler Prof. Dr. Michael Braun (Universität Kiel) hält einen Vortrag über den Komponisten Béla Bartók und dessen Bezüge zu J. S. Bach. Im nachfolgenden Konzert spielt der Ausnahmemusiker Sergey Malov Werke von Bach und Bartók auf der Violine und auf dem Violoncello da Spalla, einem Instrument, das aus der Barockzeit stammt und für das Bach wohl seine berühmten Cellosuiten ursprünglich komponiert hatte. 

Das international zusammengesetzte Oberon Trio feiert sein 20-jähriges Bestehen mit einem Programm, das Shakespeare verpflichtet ist: Charlotte Brays Komposition „Those Secret Eyes“ ist von den weiblichen Charakteren von „Macbeth“ inspiriert, „That Crazed Smile“ von „Ein Sommernachtstraum“. Weitere Werke auf dem Programm stammen aus der Feder von Mendelssohn und Schubert. Als Einstimmung findet eine Lesung der Schauspielerin Mechthild Grabner aus „Ein Sommernachtstraum“ eine Stunde vor Konzertbeginn statt.

Den krönenden Abschluss des Festivals bildet das Konzert der weltberühmten Bratschistin Tabea Zimmermann, die von Thomas Hoppe am Klavier begleitet wird. Auf dem Programm stehen Kompositionen von Hummel, Brahms und Reger.

Weitere Info bei Marburger Schlosskonzerte

Bei einer Schlossführung am 20. Juni mit dem Schwerpunkt Resonanzen klärt der Marburg-Kenner Wilhelm Stehling im Landgrafenschloss über Zusammenhänge zwischen Geschichte, Schlossarchitektur und Musik im Schloss auf (Anmeldung: schlossbegegnungen@uni-marburg.de; Eintritt: 8 EUR, erm. 5 EUR).

Weitere Veranstaltungen im Juni (Anmeldung: schlossbegegnungen@uni-marburg.de, Eintritt frei):

7. Juni: Schlosszauber: Glasmusik – mit Wasser und Glas Schwingungen und Stimmungen erzeugen (Kinderprogramm)

30. Juni: Aufgetischt – Auf einen Kaffee mit …
… Prof. Dr. Nadine Leisgang, Physik, LOEWE-Startprofessur, zum Thema „Resonanz in der Quantenphysik“ und zu vielem mehr – eine Gesprächsrunde.

Hintergrund zu den Schlossbegegnungen

Mit der Reihe „Schlossbegegnungen“ will die Philipps-Universität das Landgrafenschloss gezielt als Ort des Austauschs öffnen und lädt Stadtgesellschaft und Gäste dazu ein, Wissenschaft und Kultur in neuen Formaten zu erleben – anschaulich, dialogisch und überraschend vielseitig. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Universität organisiert das Programm und spannt damit den Bogen zwischen Wissenschaft, Kunst und gesellschaftlichem Dialog. Das Marburger Wahrzeichen wird damit zu einem attraktiven, zeitgemäßen und zukunftsoffenen Museums-, Erlebnis-, Veranstaltungs- und Bildungsort. Jeder Monat steht unter einem anderen thematischen Schwerpunkt.