
28.06.2026 (pm/red) Seit zehn Jahren ist sie ein Erfolgsmodell für Sprachkompetenz und Integration an der Volkshochschule (vhs) Marburg: die Lernwerkstatt für Deutsch als Fremdsprache. Ehrenamtliche Lernbegleiter unterstützen zugewanderte Besucher dabei, ihr Deutsch zu verbessern.
„Deutsch lernen die meisten im Sprachkurs, wir üben dann mit ihnen“, fasst Yasmin Winter-Bohrmann zusammen. Sie ist Koordinatorin und pädagogische Leitung der Lernwerkstatt (LWS) für Deutsch als Fremdsprache (DaF). Seit mittlerweile zehn Jahren gibt es die LWS an der vhs Marburg. Zwischen 10 und 15 zugewanderte Besucher kommen durchschnittlich in eine der vier wöchentlichen Öffnungszeiten, um ihr Deutsch zu verbessern. In Gesprächen, bei Lektüren, im Spiel oder bei Grammatikübungen werden sie von drei bis fünf ehrenamtlichen Lernbegleitern unterstützt.
Die Lernwerkstatt ins Leben gerufen hatte Silke Jahns im Jahr 2016. „Zu dieser Zeit kamen viele Geflüchtete nach Deutschland. Es gab eine große Hilfsbereitschaft, viele wollten beim Deutschlernen helfen, hatten oft aber keine didaktischen Kenntnisse“, sagt die DaF-Fachfrau. Ihre Idee war, dass die Lernwerkstatt die Menschen zusammenbringt, die Deutsch lernen wollen und die beim Lernen unterstützen möchten. Jahns stattete mit Unterstützung der damaligen vhs-Leitung Kirsten Fritz in der vhs Marburg einen Raum mit Lehrmaterial aus und auch die Lernbegleiter erhielten entsprechende Materialien.
In den vergangenen zehn Jahren hat sich in der Lernwerkstatt einiges verändert: Aktuell suchen vor allem Ukrainer, Iraner und Türken Unterstützung in der Lernwerkstatt, nicht mehr so viele Syrer. Es gibt weniger Bedarf an Unterstützung für diejenigen, die erst noch das Lesen und Schreiben lernen müssen. Seit zwei Jahren findet eine Öffnungszeit in Kooperation mit dem Bewohnernetzwerk für soziale Fragen (BSF) am Richtsberg statt.
