Zur Goalball-WM mit gutem Gefühl und klaren Zielen

04.06.2026 (pm/rerd) Zwischen Medaillengewinnen und verpassten Paralympics lagen für die deutsche Goalball-Nationalmannschaft zuletzt nur wenige Jahre. Auf etliche Erfolge in den 2010er-Jahren folgten mehrere Rückschläge: Vom Vorrunden-Aus bei den Paralympics in Tokio 2021 bis zur verpassten Qualifikation für die Spiele in Paris 2024. Bronze bei der Europameisterschaft 2025 in Finnland markierte dann die Wende.

„Wir haben eine neue Generation in der Mannschaft installiert – ohne ein paar der ‚alten‘ Haudegen zu verlieren“, erklärt Bundestrainer Weil. „Jetzt haben wir eine richtig gute Chemie und das ist die Grundlage für Erfolge. Die Bronzemedaille kam folgerichtig.“

Und sie war nicht der einzige Erfolg im letzten Jahr: Beim Nationscup im März schlugen die Herren den amtierenden Paralympicssieger Japan im Viertelfinale und holten sich im Finale gegen die Ukraine Gold. „Ich glaube nicht, dass wir dort für viele zu den Favoriten gezählt haben“, sagt Weil. Aber der Sieg habe dem Team gutgetan, allem voran dem eigenen Selbstbewusstsein. Passend dazu steigt die Erwartungshaltung für die künftige Aufgabe. „Wir fliegen mit einer anderen Wahrnehmung von außen zur WM“, meint Weil.

Es sei gerechtfertigt, sein Team zum Kreis der Medaillenkandidaten zu zählen. Das sei auch das Ziel. Gleichzeitig betont Weil, dass die Weltspitze im Goalball eng zusammengerückt sei. Jeder könne jeden schlagen. Vor allem China als Ausrichter und Brasilien mit Superstar Leomon Moreno gelten für Weil als Favoriten auf den Titel. „Für uns ist viel drin, positiv wie negativ“, sagt Weil. Für ihn ist klar: „Wir sind da und lauern auf unsere Chance.“

Sechs Spieler hat Stefan Weil nominiert – von Routinier und Hauptwerfer Oliver Hörauf bis zum WM-Debütanten Davis Hartwig. Für den 17-Jährigen ist es eine Belohnung für die große Entwicklung im vergangenen Jahr. „Davis ist unser Küken und kann frei aufspielen. Ich traue ihm einige Überraschungsmomente zu“, sagt Weil, der die Mannschaft von 2010 bis 2021 als Co-Trainer betreute und seitdem als Bundestrainer aktiv ist. Trotz der Unterschiede im Team lobt er den „homogenen Auftritt“ auf und neben dem Feld. Sein Team habe klare Matchpläne und überließe nichts dem Zufall.

Abflug nach Hangzhou ist am 5. Juni. Dann bleiben den Deutschen noch ein paar Tage, um sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen und Trainingseinheiten zu absolvieren. Im Gegensatz zu anderen Teams sind alle deutschen Spieler bereits gültig klassifiziert.

In der Vorrunde trifft Deutschland dann ab dem 10. Juni auf Israel, Thailand und die USA, die ersten beiden der Gruppe ziehen ins Viertelfinale ein. Laut Bundestrainer eine schwere Gruppe, aber machbar. Für ihn steht fest: „Es war kein Zufall, dass wir den Nationscup gewonnen haben. Aber das bedeutet nicht, dass wir jetzt Weltmeister werden. Wir müssen 100 Prozent geben.“

Weitere Informationen, den Spielplan und Ergebnisse gibt es auf der Veranstaltungs-Webseite.