Deutsche Goalball-Herren gewinnen WM-Silber und lösen Paralympics-Ticket

Der Kader der Herren für die WM in Hangzhou: Daniel Arendar (25 / Gengenbach / BSS Ilvesheim), Fabian Diehm (28 / Ansbach / RGC Hansa), Oliver Hörauf (29 / Bautzen / Chemnitzer BC), Rouven Schetelich (31 / Dresden / Chemnitzer BC), Philipp Tauscher (25 / Leipzig / SGV Dresden), Davis Hartwig (17 / VfL Blau-Weiß Neukloster). Foto nn

16.06.2026 (pm/red) Mit der Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft in China haben die deutschen Goalball-Herren ihren bislang größten Erfolg der vergangenen Jahre gefeiert. Im Finale unterlag das Team von Bundestrainer Stefan Weil dem Gastgeber China mit 1:7. Die Freude über Rang zwei und die Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles überwog dennoch deutlich.

Den Grundstein für das erfolgreiche Turnier legte die deutsche Mannschaft bereits im Halbfinale. Gegen den amtierenden Paralympics-Sieger Japan setzte sich Deutschland mit 12:6 durch und sicherte sich damit zugleich das Ticket für Los Angeles. Als einziges europäisches Team im Halbfinale überzeugte die Mannschaft vor allem mit einer starken Defensivleistung und einer effizienten Offensive.

„Nach dem Schlusspfiff sind alle Dämme gebrochen“, sagte Bundestrainer Stefan Weil. „Wir wussten, dass wir eine Chance haben, wenn wir das Spiel lange offenhalten. Die Mannschaft hat den Matchplan hervorragend umgesetzt.“

Nach einer knappen Führung zur Halbzeit baute Deutschland den Vorsprung im zweiten Durchgang kontinuierlich aus und ließ dem Favoriten keine Möglichkeit mehr zur Wende.
 
Im Endspiel wartete anschließend Gastgeber China. Vor heimischer Kulisse erwischten die Chinesen den besseren Start. Deutschland kam kurz nach der Halbzeit mit dem 1:3 nochmal in Schlagdistanz, aber China erhöhte recht schnell. Spätestens mit dem Doppelpack circa fünf Minuten vor Schluss machte China frühzeitig den Deckel drauf. Die Deutschen fanden offensiv nur selten Lösungen gegen die kompakte Defensive des Gegners und kamen trotz zahlreicher Abschlüsse lediglich zu einem Treffer.

„China war die klar bessere Mannschaft“, sagte Weil nach der Partie. „Wir haben das Maximum aus diesem Turnier herausgeholt.“ Der Bundestrainer hob insbesondere die Entwicklung seiner Mannschaft hervor. „Der Goalball wird weltweit immer professioneller und die Leistungsdichte steigt. Dass wir in diesem Teilnehmerfeld bis ins Finale gekommen sind, macht uns sehr stolz.“

Besonders wertvoll ist für die deutsche Mannschaft die vorzeitige Qualifikation für die Paralympischen Spiele 2028.