ver.di Seniorenrat Mittelhessen lädt zum Vortrag Militarisierung im Gesundheitswesen

11.06.2025 (pm/red) Der ver.di Seniorenrat Mittelhessen lädt ein zum Vortrag über die Militarisierung des Gesundheitswesen.  Am Donnerstag, 25. Juni – 10:00 Uhr,  referiert der Arzt Matthias Jochheim im Dachsaal des DGB Haus Gießen in der Walltorstraße 17. Matthias Jochheim ist Vorsitzender der Regionalgruppe Frankfurt der deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs/ÄrztInnen in sozialer Verantwortung (IPPNW).

Welche Alternativen zur (atomaren-) Aufrüstung sehen die Internationalen Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs und in sozialer Verantwortung und hier besonders die deutsche Sektion? Die internationale Organisation setzt sich ein für nukleare Abrüstung, Krisenprävention, für eine friedliche Gesundheitspolitik sowie für globale Gerechtigkeit.

Jochheim geht in seinem Beitrag auf die Militarisierung im Gesundheitswesen ein, das im Falle eines Aufmarsch- und Durchzugsgebiet von NATO-Soldaten in einem Krieg mit Russland an den osteuropäischen Grenzen völlig überfordert ist. Die Bundeswehr rechnet mit bis zu 1.000 verletzten NATO-Soldaten täglich über Jahre hinweg. Zudem wird eine massive Welle von verletzten Zivilisten erwartet. Dem stehen bundesweit fünf Bundeswehrkrankenhäuser mit insgesamt 1.800 Betten gegenüber, eine Kapazität, die in zwei Tagen erschöpft wäre.

Das zivile Gesundheitssystem müsste einen erheblichen Teil seiner räumlichen und personellen Ressourcen dem Militär zur Verfügung stellen. Sowohl Einrichtungen der stationären Krankenhausversorgung als auch ambulante Einrichtungen wie Praxen wären in die Versorgung von Militärs und Verwundeten maximal eingebunden. Das IPPNW ist gerade da, besonders angesiedelt.

Dies gilt erst recht für den Fall des Einsatzes von Atomwaffen, wie sie etwa in Büchel in der Eifel durch die US-Army gelagert sind, bereit gehalten und sogar weiter perfektioniert werden. In der Bundesrepublik Deutschland halten sich bereit, eigene Flugzeuge und Piloten zum Einsatz US-amerikanischen Atombomben im Kriegsfall zur Verfügung zu stellen – mehr noch: sie investieren Milliarden, um dafür benötigte Einrichtungen wie den Fliegerhorst Büchel in der Eifel für neue Bomberflugzeuge vom Typ F-35 herzurichten. Das soll nach aktuellen Schätzungen 1,1 Mrd . € kosten.

Unabdingbar für den fachgerechten Abwurf der neuen B-61-12 US-Nuklearbomben durch Bundeswehr-Piloten soll der Erwerb des Superfliegers F-35 aus den USA sein – Kosten weitere etwa 10 Mrd. €. – Dahin wird also ein Teil des um mehrere 100 Mrd. € Kreditmasse aufgeblähten deutschen Wehretats fliessen.