
10.06.2026 (pm/red) Hessen will die Kultur stärken und die Freiheit der Kunst verteidigen, das formuliert die Regierungserklärung von Kunst-und Kulturminister Timon Gremmels am 9. Juni im Landtag. In finanziell, aber auch politisch fordernden Zeiten, in der kulturelle Freiräume zunehmend unter Druck geraten, wolle Hessen Kurs halten.
Trotz angespannter Haushaltslage festige Hessen seine Aufwendungen für Kunst und Kultur, reformiere seine Förderstrukturen und investiere in gute Arbeitsbedingungen für Künstlerinnen und Künstler. In einer polarisierten und zunehmend unübersichtlichen gesellschaftlichen Lage sei es wichtig, Vertrauen in die Kultur zu üben. Das hat Kunst- und Kulturminister Timon Gremmels in seiner Regierungserklärung im Hessischen Landtag bekräftigt und sich damit deutlich positioniert.
„Gerade in finanziell schwierigen Zeiten zeigt sich, welchen Stellenwert Kultur für eine Gesellschaft besitzt“, sagte Gremmels. Hessen gehöre zu den wenigen Ländern, die die Kulturförderung nicht zurückfahren, sondern noch stärken. „Wir stehen für eine Kulturpolitik, die nicht auf Kontrolle setzt, sondern auf verlässliche Rahmenbedingungen, damit künstlerische Freiheit sich entfalten und in unserer Gesellschaft wirken kann.“
Für Minister Gremmels zeigen sich Kraft und Qualität von Kultur nicht alleine in großen Institutionen. Sie entstehe dort, wo Menschen Kultur machen, erleben und auch vermitteln: in Musikschulen, Museen, Bibliotheken, Ateliers, Kinos und auf den Bühnen des Landes.
„Wo Menschen gemeinsam musizieren, Theater spielen, lesen, diskutieren oder Kunst erleben, entsteht Gemeinschaft. Genau diese Orte brauchen wir in einer Zeit, in der vieles auseinanderzudriften scheint“, sagte Gremmels.
Deshalb setze der Minister auf kulturelle Bildung und auf eine Weiterentwicklung der Förderprogramme in den Bereichen der Bildenden Kunst, Literatur und des Films. Förderrichtlinien würden transparenter und praxisnäher. Diese müssen den Anforderungen der gesellschaftlichen Realität entsprechen; dafür sei das neue Buntstift-Stipendium für Kinder- und Jugendliteratur ein Beispiel, mit dem Vielfalt sichtbar gemacht werde.
Auch im Umgang mit den großen Kulturinstitutionen stehen für das Ministerium Verlässlichkeit und langfristige Verantwortung im Zentrum. Ob documenta, Bad Hersfelder Festspiele, Hessische Filmförderung oder die Staatlichen Schlösser und Gärten – Hessen setzt auf langfristige Verantwortung.
- Die Landesförderung für die Bad Hersfelder Festspiele stieg seit 2004 von 277.000 Euro auf nun jährlich 770.000 Euro.
- Mit Blick auf die documenta 16 gab Minister Gremmels zudem eine Erhöhung des Landeszuschusses bekannt: dieser steigt von knapp 10 Millionen Euro für die documenta 15 auf rund 13 Millionen Euro für die im kommenden Jahr anstehende 16. Ausgabe der internationalen Kunstschau.
Gerade aus Perspektive der documenta wird diese Positionierung von Gremmels sicherlich nicht alleine in Kassel begrüßt werden. Schließlich war die letzte documenta 15 mit über weite Strecken fragwürdigen Antisemitismusvorwürfen diskreditiert und beschädigt worden. Seitens der documenta-Leitung zeigt man sich überfordert, in Kassel und in vielen Medien wurde einer schädlich verkürzenden Debatte und Berichterstattung und Kommentierung aufgesessen.
„Die Freiheit der Kunst ist nicht verhandelbar. Sie ist kein dekorativer Zusatz unserer Demokratie. Sie gehört zu ihren unverzichtbaren Voraussetzungen.
Der Staat ist kein Kunstkritiker. Er ist Garant der Freiheit.“ Timon Gremmels
