30 Prozent Kostensteigerung beim Weiterbau A 49: Privatisierung als ÖPP-Projekt kommt Steuerzahler teuer zu stehen

Kassel 25.09.2020 (pm/red) Aus dem Haushaltsentwurf des Bundes gehe hervor, dass es beim ÖPP-Projekt A 49 zu erheblichen Kostensteigerungen komme, informiert Jan Schalauske, stellv. Fraktionsvorsitzender der Fraktion DIE LINKE. im Hessischen Landtag und Marburger Landtagsabgeordneter, …

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Einmütige Zurückweisung in Willingshausen: Gemeindeparlament verurteilt durchsichtige Kampagne und beschließt einstimmig Projekt „Regionales Weltkulturhaus“

In der Antreffhalle Willingshausen hatten sich zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger eingefunden, um zu erleben wie ihre gewählten Mandatsträger Stellung zu der skandalösen Kampagne gegen die Namensgebung der Großgemeinde und angeblicher Nazivergangenenheit von Willingshäuser Malern Stellung beziehen würden. Zuvor stand eine Beschlußbestätigung für das Zukunftsprojekt >Umbau und Modernisierung des Kunsthauses Willingshausen zum interkommunalen Projekt „Regionales Weltkulturhaus“< auf der Tagesordnung. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Willingshausen / Kassel 11.09.2020 (yb) Die Antreffhalle in Willingshausen mit Corona-bedingtem Abstand für die zahlreichen Stühle und Stuhlreihen im Besucherbereich war gut gefüllt gestern Abend als Udo Schölling, der Vorsitzende der Gemeindevertetung, die kurzfristig einberufene Sitzung des Gemeindeparlaments der Großgemeinde Willingshausen um 20 Uhr eröffnete. Die Bürger/innen erlebten eine kurze Sitzung von kaum einer Stunde Dauer, in der ein zukunftsweisender Beschluß gefaßt und die jahrelangen Vorbereitungsarbeiten von Bürgermeister Heinrich Vesper mit dem Gemeindevorstand, dem Ortsbeirat Willingshausen, der Willingshausen Touristik (WTB) und zahlreichen externen Gesprächs- und Verhandlungspartnern bestätigt wurde.
Die durchsichtige und hilflose Kampagne zur Infragestellung der Namensgebung der Großgemeinde samt Diffamierungsversuch von Malern der Künstlerkolonie Willingshausen als „Nazi-Maler“ und antisemitisch wurde mit deutlichen Worten und Hinweisen entlarvt und zurückgewiesen. So konnten alle zufrieden sein – Bürgermeister Vesper, Gemeindevorstand, Ortsbeirat Willingshausen, die anwesenden Gemeindevertreter aller Fraktionen und die zahlreichen Besucher/innen nicht alleine aus der Großgemeinde. Willingshausen hat denkbar souverän agiert und reagiert, die Menschen – ob Mandatsträger/innen oder Bewohner – stehen zu Ihrer Großgemeinde und wollen miteinander ihre weitere Zukunft gestalten. Dazu gehört untrennbar und unbescholten die reiche und zweihundertjährige Geschichte als Künstlerdorf und Künstlerkolonie. Eine höchst lebendige Bestätigung konnte nachmittags im Hof von Gerhardt-von-Reutern-Haus und Kunsthalle Willingshausen erlebt werden. Dort saßen Frauen mit Aquarellblöcken und Pinsel in der Hand als Teilnehmerinnen eines zehnköpfigen Malereikurses aus Mainz, der aktuell stattfindet und damit eine lebendige Seite des Kulturtourismus nach und in Willingshausen manifestiert.

Das Gerhardt-von-Reutern-Haus hat deutlichen Sanierungsbedarf, soll behindertengerecht werden und wird neue Nutzungsmöglichkeiten erhalten. Sternbald-Foto 2019 Hartwig Bambey

Nachdem Bürgermeister Heinrich Vesper die bereits im Jahr 2008 begonnenen langjährigen Verhandlungen und Vorbereitungen für das Zukunftsprojekt zur Sanierung und zum Ausbau des Gerhardt-von-Reutern-Haus als „Regionales Weltkulturhaus“ erläutert hatte und die einstimmige Beschlussempfehlung des Haupt- und Finanzausschusses vorgetragen war, waren die 18 anwesenden Gemeindevertreter/innen (von 23) zur Abstimmung aufgefordert. Einstimmige Zustimmung hatte Gemeindevorsteher Udo Schölling  mitzuteilen. Die Protokollführerin notierte das klare und ebenso erfreuliche wie wichtige Ergebnis. Da der Bewilligungsbescheid über die Zuwendung von Fördergeldern in Höhe von 1,2 Millionen Euro bei kalkulierten Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro bereits seit Juli 2020 vorliegt, steht nunmehr einem Beginn der umfangreichen Sanierungsarbeiten und Baumaßnahmen nichts im Weg.

Willingshäuser Gemeindeparlament verabschiedet Erklärung gegen Diffamierung und Verunglimpfung

Text der Erklärung der Gemeindevertretung Willingshausen vom 10. September 2020 gegen die Diffamierungs- und Verhinderungskampagne von „Besorgten Bürgern“. Repro Hartwig Bambey

Nachdem zum Tagesordnungspunkt „Resolution der Gemeindevertretung Willingshausen zur Eingabe der „Besorgten Bürger aus dem Schwalm-Eder-Kreis“ beim Hessischen Ministerium des Innern und für Sport“ die einstimmige Empfehlung des Haupt- und Finanzausschusses zur Annahme einer Erklärung vorgetragen war, wurde nach kurzer Diskussion mit Stellungnahmen von Bürgermeister Heinrich Vesper, den Fraktionssprechern von SPD und CDU und einer persönlichen Erklärung des Gemeindevertreters Erich Korell aus Wasenberg, der nach Verlesen seiner Mitteilungen die Sitzung verließ, die vorbereitete Erklärung zur Abstimmung gestellt. Von den nunmehr noch anwesenden 17 Gemeindevertretern stimmten in von der SPD-Fraktion beantragten namentlichen Abstimmung bei 2 Stimmenthaltungen 15 Gemeindevertreter/innen dafür. Das klare Votum wurde vom Parlamentsvorsitzenden mitgeteilt. Daraufhin gab es viel Applaus von den gewählten Mandatsträgern und ebenso von Seiten der aufmerksam beobachtenden und zuhörenden Bürger/innen an diesem Abend.

Gelassen standen viele Besucherinnen und Besucher am 10. September nach dem offiziellen Ende der Sitzung in der Antreffhalle zusammen und erörterten die unfassbare und für viele unbegreifliche tumb hilflose Attacke, die an diesem Abend eine einmütige Abfuhr und ein Ende erfahren hat. Sternbald-Foto Hartwig Bambey

Eine fragwürdige, unglaubwürdige und durchsichtige Kampagne in Willingshausen hat damit ein schnelles Ende gefunden. Die große Mehrheit der Menschen in der Großgemeinde, ihre gewählten Repräsentanten und Gremien und die interessierte Öffentlichkeit weit über Willingshausen hinaus erleben damit eine klare positive und bekennende Positionierung und ein ebenso menschliches, wie politisches und kulturgeschichtliches Zusammenstehen.

Siehe auch Bericht: Verleumdung mit Antisemitismus-Verdächtigungen: Carl Bantzer „Bei uns heißt das guten Morgen“