Solidarität mit Prof. Dr. Christina Brüning: Freie Wissenschaft verteidigen

16.09.2026 (pm/red) Die Linke Marburg-Biedenkopf erklärt ihre uneingeschränkte Solidarität mit der Marburger Historikerin Prof. Dr. Christina Brüning. Die öffentlich gewordenen Morddrohungen gegen die  Wissenschaftlerin stellen einen schwerwiegenden Angriff auf die Freiheit von Forschung und Lehre dar, wird mitgeteilt.

Wer Wissenschaftler einschüchtert, bedroht oder zum Schweigen  bringen will, greift grundlegende demokratische Prinzipien an, wird konstatiert.

„Morddrohungen gegen Wissenschaftler sind ein Angriff auf die demokratische Gesellschaft und somit auf uns Alle. Niemand darf Angst haben müssen, weil er oder sie  forscht, lehrt oder wissenschaftliche Erkenntnisse öffentlich vertritt. Prof. Dr. Christina Brüning  gilt unsere volle Solidarität. Wer die Freiheit von Forschung und Lehre verteidigt, verteidigt die  Grundlagen einer freien Gesellschaft“, erklärt Alexander Kuhne, Kreisvorsitzender der Linken  Marburg-Biedenkopf.

Für Die Linke steht zugleich fest, dass dieser Vorfall nicht losgelöst von den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen betrachtet werden darf. Bereits vor den Drohungen fanden Störungen von Lehrveranstaltungen statt. Betroffen waren insbesondere Veranstaltungen, in denen Themen wie Kolonialismus oder Geschlechterverhältnisse behandelt wurden.
Zudem spielte Prof. Brüning eine wichtige Rolle bei der Organisation einer wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit der Geschichte und Gegenwart von Burschenschaften und Studentenverbindungen im Rahmen der Debatte um die sogenannte „Studentenhistorikertagung“ in Marburg.
 
Die Linke weist darauf hin, dass es seit Jahren Kritik an rechten, autoritären und antifeministischen Tendenzen innerhalb des studentischen Verbindungswesens gibt. Gerade in Marburg würden insbesondere Verbindungen aus dem Umfeld der Deutschen Burschenschaft immer wieder für Kontroversen sorgen. Auch die Rolle von Verbindungsstudenten innerhalb universitärer Strukturen müsse deshalb kritisch diskutiert werden.
 
„Bis heute ist nicht bekannt, von wem die Morddrohungen ausgingen. Spekulationen helfen nicht weiter. Ebenso falsch wäre es aber, die politischen Hintergründe auszublenden. Wenn Wissenschaftlee angefeindet werden, weil sie progressive Forschung vertreten, wenn Vorlesungen gezielt gestört werden und wenn antifeministische Reflexe offen zutage treten, dann entsteht ein Klima, in dem Einschüchterung gedeihen kann. Dieses Klima müssen wir klar benennen und bekämpfen“, so Kuhne weiter.
 
Die Linke Marburg-Biedenkopf fordert Universität, Politik und Zivilgesellschaft auf, die Freiheit von Forschung und Lehre entschlossen zu verteidigen und Bedrohungen gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konsequent aufzuklären.