
30.06.2026 (pm/red) Der Kassel Airport war gestern (29. Juni) Treffpunkt einer bundesweiten IHK-Fachtagung. Im Mittelpunkt der 5. IHK-Tagung „Gesamtverteidigung | Wirtschaft“ stand ein Abgleich verschiedener Maßnahmen von Staat und Wirtschaft im Bundesgebiet. Hessens Ministerin für Digitalisierung und Innovation, Prof. Dr. Kristina Sinemus, und Frank Syring, Referatsleiter Digitale Technologie- und Innovationspolitik, nahmen die Tagung zum Anlass, um das am Kassel Airport geplante Drohnenkompetenzzentrum vorzustellen.
Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus, die eine Videobotschaft an die Gäste richtete, verdeutlicht: „Digitale Innovationen sind ein wichtiger Baustein auch für die Verteidigungsfähigkeit unseres Landes. Das geplante Hessische Drohnenkompetenzzentrum am Kassel Airport zeigt, wie wir Zukunftstechnologien gezielt fördern und für konkrete zivile und militärische Anwendungen nutzbar machen. Damit stärken wir zugleich den Innovationsstandort Hessen.“
Frank Syring präsentierte die Perspektiven für den Aufbau eines solchen Zentrums sowie Anwendungsfelder unbemannter Systeme, die von der Logistik über Infrastrukturüberwachung und Katastrophenschutz bis hin zur Gefahrenabwehr reichen.Landrat Andreas Siebert berichtete zudem über Maßnahmen im Landkreis Kassel zur Zivilverteidigung und wies dabei auf wachsende Herausforderungen in der Krisenvorsorge hin. Wie sich die viel zitierte Zeitenwende auf ein Industrieunternehmen auswirkt, erläuterte Michael Rudolph, Vice President Business Development & Governmental Affairs der Helicopters Technik GmbH, am Beispiel des am Kassel Airport ansässigen Unternehmens.
In ihrer Begrüßung betonten der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Kassel-Marburg, Dr. Arnd Klein-Zirbes, und der Geschäftsführer des Hessischen Industrie- und Handelskammertages (HIHK), Frank Aletter, dass Fragen der Gesamtverteidigung im Schulterschluss von Staat und Privatwirtschaft zu beantworten sind. „Die Zeitenwende stellt Wirtschaft und Gesellschaft vor neue Herausforderungen. Resilienz, Versorgungssicherheit und Verteidigungsfähigkeit erfordern starke Unternehmen, leistungsfähige Infrastrukturen und eine enge Zusammenarbeit von Wirtschaft, Politik und Sicherheitsakteuren – insbesondere in Hessen, wo Waren‑, Daten‑ und Kapitalströme aus ganz Deutschland und Europa zusammenlaufen“, so HIHK-Geschäftsführer Frank Aletter.
Nordhessen verfüge über gute Voraussetzungen, um bei der Gesamtverteidigung eine wichtige Rolle zu übernehmen, unterstreicht IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Klein-Zirbes: „Wichtig ist, dass die Wirtschaft im Rahmen der IHK-Organisation gemeinsam Positionen und Maßnahmen erarbeitet und proaktiv Wissensteilung betreibt. Mit unserer Tagung am Kassel Airport haben wir dazu einen wichtigen Beitrag geleistet.“ Auch Vertreter der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) nahmen an dem Austausch teil.
Zudem stellte Daniel Kaiser, stellvertretender Leiter Standortpolitik der IHK Gießen-Friedberg, erste Erfahrungen mit ResilienzCheck.org vor. Dabei handelt es sich um ein digitales Werkzeug, mit dem Unternehmen ihre Krisenfestigkeit und Widerstandsfähigkeit überprüfen können. Das kostenlose Online-Tool wurde in Zusammenarbeit zwischen dem Landeskommando Hessen, dem Hessischen Industrie- und Handelskammertag (HIHK), der Vereinigung hessischer Unternehmerverbände (VhU) und der hessischen Firma GAL Digital GmbH entwickelt.
