Prof. Ursula Birsl: Zunehmender Antifeminismus ist Teil rechter Ideologie

Marburg 14.02.2019 (pm/red)  Antifeminismus werde vor allem von Hochgebildeten und Adligen vorangetrieben – das sagte die Marburger Politikprofessorin Ursula Birsl in ihrem Vortrag über „Antifeminismus (nicht nur) in der radikalen Rechten“ im Stadtverordnetensitzungssaal. Zu dem …

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Gemeinschaftliches Wohnen interessiert viele Marburger

dbay0409_0022-Stadtwald-groß140625 (yb) Etwa 60 Interessierte hatten sich im BiP zum Informationsabend ‚Gemeinschaftliches Wohnen‘ am Rudolphsplatz eingefunden und füllten damit das Foyer bis zum Anschlag. Die Referentin Birgit Kasper vom Netzwerk Frankfurt bot in ihrem ausführlichen Vortrag viele Hinweise und praktische Beispiele, wie gemeinschaftliches Wohnen zusehen kann. Im wesentlichen sind es selbstorganisierte und selbstfinanzierte Hausgemeinschaften, die sich in verschiedenen Modellen zusammenfinden, um mit dem Wohnen soziale, kulturelle und individuelle Bedürfnisse in mehr oder weniger ausgeprägter Weise zu verwirklichen. Dazu gehört beispielsweise, dass Regeln für ein Miteinander in Gruppen entwickelt werden, etwa indem man sich gegenseitig unterstützt.

In Frankfurt existiert seit etwa 10 Jahren das ‚Netzwerk Frankfurt‘, worin inzwischen zahlreiche Projekte zum gemeinschaftlichen Wohnen organisiert sind. Etwa 35 Gruppen, darin zwischen 8 und 100 Personen, in der Mainmetropole veranschaulichen einen zunehmenden Trend statt fremdbestimmter anonymer Wohn- und Hausverhältnisse die Schaffung eines selbstgestalteten sozialen Umfelds mit der eigenen Wohnung zu verknüpfen. Die wurde bereits in einer Umfrage aus dem Jahr 2010 sichtbar. Sieben Prozent der Befragten wünschten sich eine Wohngemeinschaft und 23 Prozent würden eine Hausgemeinschaft bevorzugen. Damit sind Überlegungen und Wünsche für ein gemeinschaftliches Wohnen längst kein Außenseiterthema mehr. Das zeigte sich auch in Marburg in Gestalt der zahlreichen Besuchers des Abends.

Birgit Kasper, die in Frankfurt seit Jahren als von der Stadt finanzierte Beraterin für Projekte zum gemeinschaftlichen Wohnen arbeitet, machte anschaulich, dass es dabei anspruchsvoller und oftmals langwieriger Vorbereitungen bedarf, ehe eine Gruppe von Menschen ihr Ziel in Gestalt einer gemeinsam gebauten Wohnanlage erreichen kann. Dafür können verschiedene Wege und Rechtsformen genutzt werden. Ob Genossenschaft, Stiftung oder einfach Mietergemeinschaft bei einer aufgeschlossenen Wohnungsbaugesellschaft, in jedem Fall bedarf es verschiedener Abwägungen und Festlegungen, ehe ein solches Projekt praktische Gestalt annehmen kann. Dazu gibt es inzwischen vielfältige Informationen, oftmals unmittelbar via Internet verfügbar.

Dass zur Umsetzung ein direkter Draht zur Kommune, deren Bauamt oder Wohnungsamt, oft unabdingbar ist, verdeutlichte die Referentin. In Zeiten von knappen Baulandflächen muss heutzutage noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden, um öffentliche Entscheidungsträger vom besonderen Wert dieser Wohnform für die gesamt Gesellschaft zu überzeugen. In Marburg kümmert sich um entsprechende Anliegen der —>Verein Gemeinschaftliches Wohnen, der am Zustandekommen des ergiebigen Infoabends beteiligt war.

Bedauert wurde von einem Teilnehmer in der anschließenden Aussprache, dass weder ein Politiker anwesend war, noch Vertreter der städtischen Fachdienste die Gelegenheit genutzt haben, sich zu informieren.