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„Das unerschrockene Wort“: Marburg sucht Menschen mit Zivilcourage

10.06.2024 (pm/red) Unerschrocken und mutig die eigene Stimme erheben für Freiheit und Demokratie: Das würdigt der Preis „Das unerschrockene Wort“. Vergeben wird er von der Universitätsstadt Marburg im Verbund mit 15 weiteren Lutherstädten Deutschlands.

Seit 1996 wird „Das unerschrockene Wort“ alle zwei Jahre an couragierte Persönlichkeiten vergeben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den Mut und die Standhaftigkeit Martin Luthers. Im Jahr 1521 weigerte sich der Reformator im Reichstag zu Worms vor Kaiser Karl V., seine Thesen zu widerrufen und wurde daraufhin geächtet. Damit bewies er jene Haltung, die „Das unerschrockene Wort“ ehrt.

Den 14. Preis erhielt 2022 die Afghanin Zarifa Ghafari. Foto Evan Agostini

Nun wird der Preis erneut ausgeschrieben. Die Stadt Marburg ruft auf, mutige Menschen für „Das unerschrockene Wort 2024“ vorzuschlagen. Einsendeschluss ist der 1. August. Jede der 16 Lutherstädte nominiert einen Kandidaten oder eine Kandidatin. Zu den Städten zählen neben Marburg noch Augsburg, Coburg, Eisenach, Eisleben, Erfurt, Halle (Saale), Heidelberg, Magdeburg, Nordhausen, Schmalkalden, Speyer, Torgau, Wittenberg, Worms und Zeitz. Sie bilden auch die Jury, die den gemeinsamen Preisträger bestimmt.

Die Jurysitzungen und Preisverleihungen finden alle zwei Jahre in einer anderen Lutherstadt statt. Die Jury der Lutherstädte für den mittlerweile 15. Preis kommt im Herbst 2024 in Augsburg zusammen. Die Preisverleihung folgt dann ebenfalls in Augsburg im Frühjahr 2025.

Die Universitätsstadt Marburg ist seit Anfang an im Bund der Lutherstädte vertreten und hat 2018 selbst eine Jurysitzung und dann im April 2019 die feierliche Verleihung ausgerichtet – damals zum zwölften „Unerschrockenen Wort“ der Reihe. Der Preis wurde mit einem großen Festakt in der Lutherischen Pfarrkirche an die Frauenrechtlerin und Moscheegründerin Seyran Ateş vergeben.

Das 13. „Unerschrockene Wort“ vergaben die Lutherstädte 2020 in Worms an weißrussischen Bürgerrechtlerinnen Weronika Zepkalo, Swetlana Tichanowskaja und Maria Kolesnikowa. Der 14. Lutherpreis 2022 ging dann in Schmalkalden an Zarifa Ghafari aus Afghanistan, die nach der erneuten Machtergreifung der Taliban 2021 fliehen musste und sich auch im Exil weiter für Frauenrechte und Demokratie in ihrer Heimat einsetzt. Weitere Ausgezeichnete sind unter anderem der Theologe Hans Küng, der Liedermacher Stephan Krasczyk, die Journalistin Anna Röpke, Barkeeper Michael Sauer mit seiner Regensburger Initiative „Keine Bedienung für Nazis“, der syrische Rechtsanwalt, Journalist und Menschenrechtler Mazen Darwish, das Ehepaar Horst und Birgit Lohmeyer für ihr Rockfestival gegen rechts oder auch der Friedensnobelpreisträger und frühere Chefredakteur der 2022 verbotenen russischen Zeitung „Nowaja Gaseta“, Dimitrij Muratow, mit seiner Redaktion.

Volles Haus in der Lutherkirche: Das zwölfte Unerschrockene Wort wurde im April 2019 in Marburg vergeben. Preisträgerin war die Frauenrechtlerin Seyran Ateş (Mitte), die Laudation hielt Gesine Schwan (rechts). Foto Georg Kronenberg

Alle Marburger sind gefragt: Wer soll das „Unerschrockene Wort 2024“ erhalten. Alle Bürger, Institutionen, Vereine und Initiativen können Vorschläge einreichen.

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