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Archiv-Tag: Dem Verborgenen auf der Spur

Marburg 7.März (yb) Trotz oder wegen des blauen Himmels strömten an diesem Sonntag zahlreiche Besucher in das Südviertel zum Friedrichplatz, wo das Staatsarchiv und vis à vis die Archivschule ihr Domizil haben und zum Tag der Archive eingeladen hatten. Die Zahl der beteiligten Marburger Archive

ist groß gewesen. Damit lockte ein breites Spektrum von Archivalien, ob original päpstliche Urkunde samt anhängender Bulle, historisches Kartenwerk und Plakat oder Findbuch für Urkunden, zur Besichtigung.

Es war ein richtiger Tag für Sehleute jüngeren oder älteren Jahrgangs. In der Archivschule gab es zudem Gelegenheiten zur praktischen Betätigung oder Beratung und Lesehilfe. Dort konnten von Kindern Wappen farbig ausgemalt werden. Wer wollte, bekam Übersetzungshilfe für ererbtes Handschriftliches aus Familienbesitz.

Aus Wetter hatte Elke Weide, am Tisch links, Feldpostkarten mitgebracht. Der Dozent der Archivschule für historisch-hilfswissenschaftliche Fächer Karsten Uhde leistete Übersetzungshilfe. Die Studierende Claire Maunoury, seit Oktober 2009 vom Bundesarchiv in Koblenz zur Ausbildung abgeordnet, schaut mit Interesse zu. Für die Hessenschau zeichnet Reporter Friedhelm Fett die Szene mit der Kamera auf.

Die Archive der Blindenstudienanstalt und Philipps-Universität, das Behring-Archiv und Bildarchiv Foto Marburg, Circus-, Varieté- und Artistenarchiv, Deutsches Adelsarchiv, Digitales Archiv Marburg (DigAM), Deutscher Sprachatlas und Herder-Institut nutzten die Gelegenheit zur Präsentation.

So geriet das Vestibül im Gebäudes des Staatsarchives zum Dreh- und Angelpunkt, wo Begegung, Orientierung und Betrachtung trefflich organisiert waren. Am Eingang begrüßte Archivdirektor Andreas Hedwig die Besucher. Themenbezogene Führungen im Gebäude leisteten seine KollegInnen.

An anderen Informationsständen und Präsentation via Bildschirm oder an klassischen Büchtertischen zeigten Mitarbeiterinnnen und Mitarbeiter der Forschungsstelle für Personalschriften an der Philipps-Universität, des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde, oder vom Lichtbildarchiv älterer Originalurkunden was Gegenstand ihrer Tätigkeit ist. Gedrucktes als Buchveröffentlichung oder Bastelbogen am Stand des Hessischen Heimatbundes oder bei der Historischen Kommission war gefragt.

Das Stadtarchiv Marburg, die Universitätsbliothek oder die Europäische Ethnologie fehlten nicht an diesem Tag für historische Quellen und deren Bewahrung. Schade nur, dass etwa die kleine Ausstellung zum „Karzer“ in Marburg vom Archiv der Philipps-Universität nur eine Eintagsfliege war. Schriften und Protokoöllbücher werden wieder eingelagert und verwahrt bis zu einem nächsten Mal.

Auch die Seitentrakte des Staatsarchives waren geöffnet und konnten begangen werden. Wer die Treppen hinauf – oder hinunterstieg, konnte am Ende eines langen Ganges eine Besonderheit entdecken. Der „Stammtisch Käsebrod, Marburg“ mit einer Tischplatte voller eingeschnitzter Namen und zugehöriger Karikatur als Aquarell stand einsam in einer Ecke.

Dabei hatte keiner die Chance in der Vielfalt des Gezeigten alles zu sehen. Das war wahrscheinlich auch nicht gedacht. So gibt es etwa „Kostbarkeiten aus der Geschichte der Philipps-Universität Marburg“ als neueste Schrift (Nr. 136) zu erwerben, damit zum Mitnehmen nach Hause (Rezension folgt). Und Kaffee und Kuchen, gebacken von Archivrätinnen (und Archivräten?) höchstselbst, gab es zu günstigen Preisen. Die Nachfrage war groß.