Corveyer Bücherschatz:  Universitätsbibliothek Marburg digitalisiert mittelalterliche Handschriftenbestände der Klosterbibliothek Corvey

Marburg 15.08.2019 (pm/red) Die Klosterbibliothek Corvey war eine der bedeutendsten Bibliotheken des Mittelalters. Mit der Säkularisation von 1803 wurde sie endgültig aufgelöst und der übrige Bestand größtenteils zerstreut. Heute ist der Aufbewahrungsort von ungefähr 160 …

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Grüne Marburg Seilbahn-Projekt für den Wahlkampf

Marburg 1.7.2010 (yb) Mediale Aufmerksamkeit den Marburger Grünen alleine mit der Ankündigung eines Infoabends.  Seilbahn heißt das Zauberwort, welches vorab etliche Zeitungsartikel in Druck und Bürgermeister Franz Kahle in den Rundfunk bringt.

Manche halten es für ein Sommerlochthema, andere diskutieren ernsthaft und wie es einmal (aussehen) wird, weiß niemand. Eine Seilbahn wird erneut von den Grünen in Marburg ins Gespräch gebracht. Aus dem Lahntal vorbei an Spiegelslust (Foto-Montage Hartwig Bambey)

Am ersten Juliabend füllen bei lauem Sommerwetter gut 100 Interessierte und Mitglieder einen Hörsaal. MdL Angela Dorn begrüßt freundlich. Zunächst kann die Abgeordnete mitteilen, dass die Grüne Hochschul-Grupppe wieder stärkste Kraft im Stupa geworden sei. Die Seilbahnidee sei  kein Aprilscherz. „Wir Marburger Grüne wollen es wissen und herausfinden“ sagte sie. Eine Seilbahn aus dem Lahntal auf die Lahnberge solle schnelle Verbindung schaffen und dazu beitragen die Verkehrsprobleme der Universitätststadt im engen Lahntal zu lösen.

Es gibt einiges zu sehen und noch mehr zu hören und in der regen Diskussion zu bedenken an diesem Infoabend im Hörsaalgebäude

Mit diesem Infoabend eröffnen die Marburger Grünen den (Vor-)Wahlkampf. Nach der Landtagsabgeordneten begrüßt Bürgermeister Franz Kahle. Er spricht von der Seilbahn als urbanem Thema und verweist auf den expandierenden Standort Lahnberge. Es fehle Transportkapazität für Personen.

Dazu sind Rainer Flohrschütz, Grüner Stadtverordneter und Mitglied im Bauauschuß, Hans-Werner Seitz vom Stadtvorstand und Felix Rensch, Grüne Hochschulgruppe, gekommen. Wenn im vergangen Jahr ein ablehnender Beschluß zum Seilbahnthema im Marburger Stadtparlament von CDU und SPD gefasst wurde, dürfe  es für das Thema kein Denkverbot geben, wird dem Publikum mitgeteilt. „Das Denken nach vorne ist schwierig“ sagt Stadtverordneter Flohrschütz, „doch wir brauchen eine vernünftige Planung für die Mobilität“.

In 8 Minuten auf die Lahnberge

Seilbahn als schnelle und ökologische Verbindung von unten nach oben. Als Referent ist Michael Tanzer vom führenden Seilbahnhersteller Leitner AG, Südtirol, gekommen und gibt einen bestens illustrierten Überblick zum Thema.

Mögliche Trassenführung vom Lahnufer (oder Schüler-Park) unten via Spiegelslust bis zum Klinikum Lahnbergen. Seilbahntrasse als Direktverbindung im Szenario von Leitner ropeways.

Die geneigte Länge dieser Trasse wäre 2110 Meter (m). An Höhenunterschied werden 165 m überwunden. Der Durchmesser einer Antriebsscheibe ist 4,80 m, das Antriebsseil hat 46 Milimeter Durchmesser. Bei einer Transportgeschwindigkeit von 6 Metern in der Sekunde (6 m/s) errechnet sich eine Fahrzeit auf der Strecke von 7 Minuten 33 Sekunden.

Kapazität 2800 Personen stündlich

Eine Seilbahnkabine kann 8 Personen aufnehmen. Die Kabinen, Fahrbetriebsmittel genannt, folgen einander im Abstand von 61 m und einer Zeitfolge von 10,29 Sekunden. Die Ausführungen von Michael Tanzer lassen an Präzision keine Wünsche offen. Das Planungs- und Rechenszenario schafft mit einer rechnerischen Fahrzeit von 7 Minuten 33 Sekunden 2.800 Menschen in der Stunde. Von unten nach oben und von oben nach unten. Das ist ein Rechenwert.

Umlenkstation und Ausstieg am Kaiser-Wilhelm-Turm. Das Plan-Szenario von Leitner ropeways ist anschaulich und zeigt technische Möglichkeiten auf. (Fotos Hartwig Bambey)

Den Zuhörern im Hörsaal wird deutlich, dass technisch eine Seilbahn für Marburg keine Probleme in sich birgt. Da ist vieles, nicht zu sagen alles machbar. Bodenabstand 30 Meter, ein Einseilsystem wäre ausreichend. Denkbar ist eine Zwischenstation am Kaiser-Wilhelm-Turm. Seilbahn als Touristenattraktion, vom Lahntal in die Lahnberge.

Interessiertes Publikum und rege Diskussion

Der Vortrag zu einem Seilbahn-Szenario ist auf offene Ohren und reges Interesse der Versammelten gestoßen. 18, 20 Millionen Euro müssten dafür in die Hand genommen werden. Soviel etwa wie für das AquaMar oder den Umbau der Stadthalle erläutert später Bürgermeister Kahle die Investitionssume. An all der Technik, den Zahlen und  Szenarien entzündeten sich viele Fragen und eine lebhafte, sachliche und kontroverse Diskussion. Das Thema ist eröffnet. Siehe weiteren Bericht

Auf dem Podium zur Diskussion über die Seilbahn-Idee: Felix Rensch, Grüne Hochschulgruppe, Hans-Werner Seitz, Grünen-Stadtverband, Rainer Flohrschütz, Stadtverordneter B90/Grüne, Michael Tanzer, Leitner AG (von links)