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Irischer Botschafter Dan Mulhall in Marburg

Marburg 21.10.2010 (es) „Gäste sind in der Universitätsstadt Marburg immer herzlich willkommen!“ betonte Oberbürgermeister Egon Vaupel gleich mehrmals bei der kurzen Feierstunde im Historischen Rathaussaal. Der irische Botschafter in Deutschland, Dan Mulhall, war gekommen um sich in das Goldene Buch der Stadt Marburg einzutragen. Botschafter Mulhall ist derzeit zu Gast in Marburg auf Einladung des Fachgebiets Vergleichende Sprachwissenschaft/Keltologie der Philipps-Universität. Einen Gastvortrag des irischen Botschafters zur Bedeutung der irischen Literatur unter dem Titel „ Irish Literature and the Making of Modern Irland“ gab es am Mittwoch, 20. Oktober,  in den geisteswissenschaftlichen Instituten. Professor Erich Poppe vom Fachgebiet Vergleichende Sprachwissenschaft, Lehrstuhlinhaber für Allgemeine Sprachwissenschaft und Keltologie, hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen.

Willkommener Gast

Solch hoher Besuch wird gerne im Rathaus empfangen. Mehrere Stadträte waren gekommen, außerdem zahlreiche Studierende des Fachs Keltologie. „Ohne die Universität“, sagte OB Vaupel in seiner Begrüßung, würde er wahrscheinlich nicht als Oberbürgermeister vor den Gästen stehen, sondern eher als „Bürgermeister eines oberhessischen Bergdorfes“. Er hob damit die Bedeutung der Universität für die Stadt Marburg hervor. Er verwies weiter auf die Bedeutung Philipp des Großmütigen, als Gründer der ersten protestantischen Universität in Marburg, und auf Emil-von-Behring, und damit auf die zwei bedeutendsten Persönlichkeiten für die Wissenschaft in Marburg.

Botschafter Dan Mulhall griff in seiner Dankesrede den Begriff von Marburg als „Ort der Vielfalt“ auf. Er betonte, dass auch Irland und die irische Sprache ein Teil der Vielfalt in Europa seien.
Besonders freue er sich darüber, dass es an der Marburger Universität die Abteilung Keltologie gebe und Studierende sich dafür interessieren, irisch zu lernen. In Marburg werde Vielfalt wirklich gelebt, meinte Mulhall.
Umrahmt von Stadtverordnetenvorsteher Heinrich Löwer und Oberbürgermeister Egon Vaupel trug sich Botschafter Dan Mulhall in das Goldene Buch der Stadt ein.

Botschafter Dan Mulhall

Dan Mulhall ist seit November 2009 Irlands Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland und Schirmherr des Journalistenpreises Irland.

  • Eintritt in das Außenministerium 1978
  • Posten in Neu Delhi (1980-1983)
  • Wien Delegierter bei der KSZE von 1987-1989
  • Ständigen Vertretung Irlands in Brüssel 1990-1994

Dan Mulhall war von 1998 bis 2001 Irlands erster Generalkonsul in Schottland, außerdem war er von 2001 bis 2005 Botschafter in Malaysia,
Thailand, Vietnam und Laos.
Von 2005 bis 2009 war er Leiter der EU-Abteilung des irischen Außenministeriums. Unter anderem war er in Dublin in der Presse- und Informationsabteilung tätig. Zudem war er Mitglied des Sekretariats des Forum for Peace and Reconciliation in Ireland.
Dan Mulhall hat am University College Cork, der University of Limerick und an der Murdoch University, Perth, Westaustralien, Geschichte gelehrt. Er ist Verfasser von A New Day Dawning: A Portrait of Ireland in 1900 und hat Artikel über Geschichte, internationale Beziehungen und Literatur für Zeitungen und Fachzeitschriften in Irland, Schottland, Australien, Malaysia und Thailand veröffentlicht. 
Er ist verheiratet und hat zwei Kinder

Keltologie seltenes Fach an Deutschen Universitäten

Die Keltologie ist die Wissenschaft, die sich mit Geschichte, Sprachen und Kultur keltischer Völker und ihrer Nachfahren von der Hallstattzeit bis zur Gegenwart beschäftigt. Dazu gehört das Studium der noch heute in Irland, Schottland, Wales und der Bretagne gesprochenen keltischen Sprachen.
Keltologie ist aus der vergleichenden und historischen Sprachwissenschaft entstanden, die sich ab dem Ende des 18. Jahrhunderts in Europa etablierte.
Heute wird das Fach im deutschsprachigen Raum an wenigen Universitäten gelehrt, in Bonn, Marburg und Wien, als Teil der Allgemeinen oder Vergleichenden Sprachwissenschaft. In Freiburg im Breisgau, Hamburg und Berlin findet seit den 1990er Jahren keine keltologische Forschung mehr statt. Der einzige gewidmete Lehrstuhl für Keltologie in Deutschland an der Humboldt-Universität Berlin wurde 1997 abgeschafft.
In Marburg kann man Keltologie als Schwerpunkt in den B.A.-Studiengängen Historische Sprach-, Text- und Kulturwissenschaften und Europäische Literaturen studieren. Als einzige Universität Deutschlands bietet Marburg einen weiterführenden Masterstudiengang Keltologie an.